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Gesundheitsreform

Wirtschaftsinstitut ifo macht wenig Zuspruch für Teilkrankschreibung aus

Zu viel administrativer Aufwand! Die Vertragsärzteschaft senkt beim Thema Teilkrankschreibung klar den Daumen. Eine Umfrage zeigt nun: Auch viele Unternehmen stufen das Instrument als nicht sinnvoll ein.

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Terminkalender mit Hinweissticker - Arzttermin

Terminkalender mit Hinweissticker für einen Arzttermin.

© Zerbor / stock.adobe.com

Berlin/München. Krank oder halb krank? Die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Teilkrankschreibung überzeugt in der Wirtschaft nur bedingt. Knapp die Hälfte der Unternehmen stuft die Regelung, dass sich Beschäftigte künftig auch teilweise krankmelden können, als nicht sinnvoll ein.

Das geht aus einer aktuellen Personalleiterbefragung des Zeitarbeitsunternehmens „Randstad“ und des Münchner ifo Instituts hervor. Demnach findet nur etwa jedes vierte Unternehmen die Möglichkeit zur Teil-AU hilfreich. Weitere 25 Prozent stehen dem Instrument neutral gegenüber.

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Mit einer Teilkrankschreibung sollen Beschäftigte bei einer länger andauernden Krankheit in reduziertem Maß arbeiten können. Die Regelung, die ab 2028 greifen soll, ist Teil des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Vorgesehen ist, dass die Ärztin, der Arzt im Einvernehmen mit dem Patienten dessen Arbeitsunfähigkeit stufenweise einordnet.

25, 50 oder 75 Prozent krankgeschrieben

Versicherte, die voraussichtlich länger als vier Wochen arbeitsunfähig sein werden, können freiwillig zu 25, 50 oder 75 Prozent weiterarbeiten – vorausgesetzt, Arzt und Arbeitgeber stimmen zu. Einzelheiten der Regelung soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) festlegen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert die Pläne scharf. Der damit verbundene administrative Aufwand für die Praxen sei unangemessen. In vielen Fällen könne der Arzt die konkrete Arbeitssituation des Patienten gar nicht einschätzen. Überdies sei die Entscheidung, sich teilweise krankschreiben zu lassen, zwischen dem Beschäftigten und dem Unternehmen zu klären.

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Diesen Punkt stufen auch die Unternehmen kritisch ein. „Die meisten Unternehmen befürchten eine schwierige Abgrenzung zwischen arbeitsfähig und arbeitsunfähig“, sagte ifo-Forscher Jonas Hennrich. „Außerdem erwarten sie einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand.“

Die Teilkrankschreibung ist nach Ansicht der Unternehmen laut ifo-Abfrage auch nicht in jedem Bereich umzusetzen: Am ehesten sei dies in der Administration (55 Prozent) der Fall. Im Vertrieb/Kundenservice sehen 33 Prozent einen möglichen Einsatz des Instruments. In der Logistik (11 Prozent) und in der Produktion (8 Prozent) ist die Teilkrankschreibung nach Ansicht der Unternehmen hingegen wenig geeignet.

Nicht in jedem Arbeitsbereich umsetzbar

Die Hälfte der Unternehmen erwartet auch keine wesentlichen positiven Effekte durch die Teil-AU. Je ein Drittel der Unternehmen hofft bei solchen Krankschreibungen auf kürzere Fehlzeiten oder schnellere Rückkehr erkrankter Mitarbeiter. 21 Prozent der Unternehmen halten es für möglich, dass erkrankte Fachkräfte trotz gesundheitlicher Einschränkungen länger arbeiten.

Krankenkassen wie die DAK Gesundheit bewerten die Möglichkeit zur Teilkrankschreibung positiv. Das Instrument sei besser geeignet, den Krankenstand nachhaltig senken zu können, als starre Entweder-oder-Regelungen. Im Übrigen hätten andere Länder – etwa in Skandinavien – gute Erfahrungen damit gemacht. (hom)

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