Bayern

Zahl der Hausärzte steigt

Die KV Bayerns bietet mit neuen Zahlen einen differenzierten Einblick in hausärztliche Versorgungsstrukturen.

Von Christina Bauer Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Es scheint, als zeichne sich für Hausärzte in Bayern eine Trendwende ab. Mit 9263 erreichte ihre Zahl laut Arztregister zum 1. Januar 2017 erstmals seit 2014 einen neuen Höchststand. Die KV Bayerns präsentierte die Daten bei ihrer jüngsten Vertreterversammlung.

Im Vergleich zu 2009 sind 210 Hausärzte mehr eingetragen, 96 mehr sind es im Vergleich zu 2016. Obwohl der Trend zur Teilzeitarbeit weiter anhält, sind damit zugleich auch mehr ärztliche Kapazitäten vorhanden. Sie werden bekanntlich in Vollzeitäquivalenten erfasst. Es sind 2017 mit 8694 immerhin 20 mehr als im Jahr zuvor. Das ist die erste Zunahme seit 2014, aber noch weit entfernt vom letzten Höchststand. Das waren 8776 Vollzeitäquivalente im Jahr 2010.

Trend zur Kooperation

Der Trend zu Kooperationen setzt sich weiter fort. Das zeigt sich nicht zuletzt in kleineren Praxiszahlen. Für 2017 waren 6164 Hausarztpraxen erfasst, 2009 waren es noch 6934 (minus 11 Prozent). Der Anteil der Ärzte in Einzelpraxen verringerte sich in dieser Zeit von 58 auf 54 Prozent. Dafür arbeiten nun über doppelt so viele Ärzte in überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) (2017: 336), und mehr als drei Mal so viele in Medizinischen Versorgungszentren (2017: 318). Damit stellen diese beiden Praxisformen nun sieben Prozent der Ärzte (2009: drei Prozent). Ärzte in Gemeinschaftspraxen und Berufsausübungsgemeinschaften nehmen wie 2009 einen Anteil von 39 Prozent ein.

Regelrecht in die Höhe geschossen ist die Zahl der Anstellungen. Waren 2009 noch 366 Ärzte angestellt, sind es 2017 schon 1391. Das entspricht 15 Prozent der bayerischen Hausärzte. Als Gründe werden Zurückhaltung angesichts des unternehmerischen Risikos, weniger Verantwortung, mehr Job- und mehr zeitliche Flexibilität diskutiert.

Mehr Ärzte in Weiterbldung

Die aktuellen Weiterbildungszahlen zeigen eine vielversprechende Entwicklung. 2016 waren 1203 Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Das sind 96 mehr als im Vorjahr. Seit 2009 bedeutet das einen Zuwachs um 67 Prozent. Das mag teilweise mit den finanziellen Zuschüssen nach Paragraf 75a SGB V zu tun haben. Die wurden zum 1. Juli 2016 noch einmal angehoben, von monatlich 3500 Euro auf 4800 Euro pro Vollzeitstelle. Insgesamt flossen in Bayern in dem Jahr 33,2 Millionen Euro (2015: 25,9 Millionen), davon die Hälfte von der KV. Die Ärzte in Weiterbildung arbeiten zu zwei Dritteln in Vollzeit, zu einem Drittel in Teilzeit. Damit hat sich auch bei ihnen der Teilzeitanteil merklich vergrößert.

Das einstige Damoklesschwert der Niederlassung droht ihnen nun jedenfalls nicht mehr –das gefürchtete "Ertrinken" in Bereitschaftsdiensten. Fachärzte sind genau wie Hausärzte seit der Reform 2014 zur Teilnahme verpflichtet. Zudem bekommen die Vertragsärzte tatkräftige Unterstützung von 720 "Poolärzten", die freiwillig Dienste übernehmen. In den derzeitigen Pilotregionen stemmten sie 2016 ein Drittel der Stunden, mancherorts bis zu zwei Drittel.

Weniger Klinik-Notaufnahmen

Eine leichte Verringerung zeigt sich auch bei den Behandlungen in Klinik-Notaufnahmen (minus ein Prozent). Außerhalb der Pilotregionen gehen derzeit gerade dort mehr Patienten in Behandlung (plus 4 Prozent). Insgesamt soll der Bereitschaftsdienst bis Ende 2018 bayernweit eine neue Struktur haben, mit 110 Bereitschaftsdienstpraxen in 42 Regionen.

54%

der Hausärzte in Bayern arbeiteten mit Stichtag 1. Januar 2017 in Einzelpraxen. Zum Vergleich: 2009 waren es noch 58 Prozent. Rasant steigt seitdem die Zahl der Ärzte in überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften und Medizinischen Versorgungszentren.

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