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Kommentar

Zeitarbeit muss attraktiver werden

Von Johanna Dielmann-von Berg Veröffentlicht:

Die Drei ist eine magische Zahl in der Zeitarbeit. Drei Monate. Länger bleiben die meisten nicht in einem Betrieb. Drei von zehn arbeiten als Hilfskräfte. Jeder Dritte bringt sich selbst bei, was er für den Job wissen muss. Das sind nur drei Erklärungen dafür, warum Zeitarbeiter gesundheitlich stärker gefährdet sind als festangestellte Arbeitnehmer.

Die Regelungen zum Arbeitsschutz will die Regierung nicht verbessern, teilte sie im Dezember mit. Das ist auch nicht nötig. Denn Zeitarbeitern stehen die gleichen Schutzrechte zu wie allen Beschäftigten.

Das Problem ist nur: Zu wenige Betriebe setzen die Regelungen um. Die Einsatzzeit sei zu kurz, um Zeitarbeiter in Gefahren des Arbeitsplatzes einzuweisen, gaben Unternehmer in einer Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin an.

Jeder Dritte nutzt Zeitarbeiter, um Festangestellte zu entlasten, etwa von schwerer körperlicher Tätigkeit, Nacht- oder Wochenendarbeit. Es überrascht daher nicht, dass Zeitarbeiter häufiger krankgeschrieben sind als Festangestellte.

Dabei könnten schon Kleinigkeiten wie Ohrenschützer oder Handschuhe die Gefährdung von Zeitarbeitern erheblich mindern - weniger Unfälle, weniger Fehltage. Davon würden auch die Betriebe - in doppelter Hinsicht - profitieren. Sie wären auch für künftige Arbeitnehmer attraktiver. Das hat die Zeitarbeit schon jetzt nötig.

Denn es mangelt an ausgebildeten Facharbeitern. Qualifizierte Kräfte würde vor allem eine gerechte Bezahlung anlocken. Dafür reicht der Mindestlohn aber nicht, mehr als zehn Prozent der Leiharbeiter beziehen zusätzlich staatliche Hilfe.

Selbst bei gerechter Bezahlung krankt das Prinzip Zeitarbeit in sich. Mehr Lohn könnte zwar finanzielle Sorgen nehmen, er hilft aber nicht gegen die häufigen Arbeitsplatzwechsel - eine der größten Belastungen.

Lesen Sie dazu auch: Leiharbeit geht auf die Gesundheit

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