Resilienz
Zi-Umfrage: Die meisten Praxen haben keinen Notfallplan für Krisensituationen
Strom- oder Internetausfall: Für solche Situationen sind nur die wenigsten Ärztinnen und Ärzte gerüstet. Laut des aktuellen Panels des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung fehlt es an Klarheit im Katastrophenfall.
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An wen wende ich mich bei Hochwasser? Auf diese Frage haben nur die wenigsten Ärztinnen und Ärzte eine Antwort.
Berlin. Beim Aufbau krisenfester Versorgungsstrukturen müssen die ambulanten Praxen stärker berücksichtigt werden, das zeigen aktuelle Ergebnisse des Zi-Praxis-Panels (ZiPP) des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung.
Von Ende April bis Ende Juli 2026 wurden knapp 4.000 Praxen zu ihrer Vorbereitung auf unterschiedliche Krisenszenarien befragt. Danach verfügen 82 Prozent der befragten Praxen über keinen Notfallplan für einen Stromausfall, bei einem Ausfall der Telekommunikationssysteme sind es 80 Prozent.
Vielen Befragten fehlt zudem Klarheit über ihre Rolle, die geltenden Zuständigkeiten und die Kommunikationswege im Katastrophenfall. Gleichzeitig weise die Befragung auf ein erhebliches Aktivierungspotenzial hin, heißt es in der Mitteilung des Zi.
65 Prozent der ärztlichen und 75 Prozent der psychotherapeutischen Praxen geben an, Patientinnen und Patienten mit einem kurzfristig zwingenden Behandlungsbedarf im Krisenfall schnell bestimmen zu können.
Ärzte wünschen sich praxisnahe Checklisten
Von den grundsätzlich zur Unterstützung bereiten Ärztinnen und Ärzten würden 76 Prozent auch an einem anderen, für sie täglich erreichbaren Ort tätig werden. Weitere 21 Prozent würden medizinische Hilfe in größerer Entfernung leisten.
Besonders häufig wünschten sich die Befragten Übersichten wichtiger Ansprechpartner, praxisnahe Handlungsempfehlungen und geeignete Checklisten.
„Krisenfestigkeit beginnt lange vor dem eigentlichen Ereignis. Wir müssen regionale Risiken und drohende Kapazitätsengpässe frühzeitig erkennen und zugleich die ambulanten Strukturen verbindlich in die Krisenplanung einbeziehen. Dafür brauchen die Praxen klare Zuständigkeiten, verlässliche Kommunikationswege und konkrete Handlungsempfehlungen“, sagt der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Digitale Krisenresilienz setze zudem belastbare Infrastrukturen und erprobte Rückfallebenen voraus. (kaha)







