Springer Medizin Gala 2026
Forschungs-Staatssekretär Hauer: Medizinischer Fortschritt und Anwendung rücken enger zusammen
Zeit für gute Nachrichten: Der Galenus-von-Pergamon-Preis stehe für exzellente Forschung, Mut zum Risiko und „den Brückenschlag vom Labor zum Krankenbett“, sagte Matthias Hauer, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, bei der Springer Medizin Gala 2026 in Berlin.
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„Sie zeigen eindrücklich, was möglich ist, wenn Exzellenz, Ausdauer und der Wille zur Veränderung zusammenkommen“, sagte Matthias Hauer, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium in Richtung der anwesenden Pharmaunternehmen.
© David Vogt
Berlin. Am Anfang eines jeden medizinischen Durchbruchs stünden ungelöste Fragen, leitete der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), Matthias Hauer, seine Rede bei der Springer Medizin Gala am Dienstagabend ein. „Warum entsteht eine Krankheit, wie lässt sich ihr Verlauf verändern und wie können wir Menschen helfen, die bislang keine wirksame Behandlung bekommen können?“
Die Antworten auf diese Fragen könnten die Medizin „grundlegend“ verändern – etwa mit Blick auf Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankungen. Seltene Erkrankungen blieben „nicht länger weiße Flecken auf der medizinischen Landkarte“. Hauer vertrat Bundesministerin Dorothee Bär, die auch dieses Jahr die Schirmherrschaft für den Galenus-von-Pergamon-Preis übernommen hat.
Die Nominierten des Galenus-von-Pergamon-Preises stünden stellvertretend für die Bandbreite des medizinischen Fortschritts. „Sie zeigen eindrücklich, was möglich ist, wenn Exzellenz, Ausdauer und der Wille zur Veränderung zusammenkommen“, erklärte Hauer.
„Sie zeigen eindrücklich, was möglich ist“
Herausragenden Forscherinnen und Forschern verleihe der Galenus-von-Pergamon-Preis eine Bühne. „Er steht für exzellente Forschung und den Mut zum Risiko und den Brückenschlag vom Labor zum Krankenbett.“ Die Nominierten des Abends stünden „genau für diesen Entdeckergeist“.
Ziel der Bundesregierung sei es, Forscherinnen und Forschern „den Rücken zu stärken, damit ihre Erkenntnisse schneller bei den Menschen ankommen“. Hierbei setze man vor alllem auf Biotechnologie und Künstliche Intelligenz (KI).
Letztere wirke als „Beschleuniger“. KI helfe dabei, komplexe biologische Daten auszuwerten, neue Wirkstoffe zu identifizieren und Therapien weiterzuentwickeln. Grundsätzlich lasse sich sagen: „Forschung und Anwendung rücken näher zusammen.“
Preisträger gekürt
Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026
„Bleiben Sie neugierig und hartnäckig“
Hauers Appell an die Anwesenden der Medizin-Gala: „Lassen Sie uns den Wandel gemeinsam gestalten.“ Und: „Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie hartnäckig und bleiben Sie überzeugt davon, dass Wissen die größte Ressource ist, die wir haben.“
Die Liste der Träger des Galenus-von-Pergamon-Preises insgesamt ist beeindruckend lang. Seit vielen Jahren wird die Auszeichnung von Springer Medizin vergeben. Zum zweiten Mal fand die feierliche Preisverleihung samt Gala im traditionsreichen Admiralspalast statt.
„Es fühlt sich fast schon ein bisschen wie zu Hause an“, sagte Fabian Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Springer Medizin. In einer sich rasch verändernden Welt sei die Gala zu Ehren der Preisträger des Galenus-von Pergamon-Preises und des Charity Awards ein „fester Ruhepunkt, an dem wir besondere Menschen und ihre Leistungen würdigen“.
Angesichts weltweiter Krisen und politischer Eruptionen brauche es womöglich gerade jetzt solche „Momente, in denen wir innehalten, uns über das Gute freuen und ein Stück Zuversicht mitnehmen“, betonte Kaufmann.
„Im Gesundheitswesen tut sich etwas“
Hierzulande tue sich die schwarz-rote Koalition noch immer schwer mit ihrer Reformagenda. „Immerhin im Gesundheitswesen tut sich etwas.“ Krankenhausreform, Notfallreform, Digitalgesetz, Pflegereform und das geplante Primärversorgungssystem lauteten hierzu nur einige Stichworte.
In puncto Arzneimittelinnovationen habe sich die Regierung die Messlatte „sehr hoch“ gelegt. Kaufmann zitierte dazu eine Passage aus dem Koalitionsvertrag: „Wir werden Deutschland zum innovativsten Chemie-, Pharma- und Biotechnologiestandort machen“, heißt es darin.
Freilich: Die Aufgabe, diesen Anspruch einzulösen, sei alles andere als leicht, so Kaufmann. Zum einen wegen des Drucks auf die Arzneimittelpreise, der von den USA und der dortigen Devise von der „Most Favored Nation“ ausgehe. Zum anderen wegen des Kostendrucks im deutschen Gesundheitswesen. Letzterer sei mit dem im Sommer beschlossenen Beitragssatzstabilisierungsgesetz auch an die forschenden Pharmaunternehmen weitergegeben worden.
Branche mit großer Innovationskraft
Allen Widrigkeiten zum Trotz habe die Pharmabranche einmal mehr ihre Innovationskraft bewiesen und viele neue Therapeutika auf den Markt gebracht. Das lasse sich auch am diesjährigen Galenus-von-Pergamon-Preis ablesen.
„Die 20 eingereichten Bewerbungen für 2026 verdeutlichen erneut, mit welchem Engagement und welcher Kreativität an Lösungen für Patientinnen und Patienten mit bislang unzureichend behandelbaren Krankheiten gearbeitet wird“, sagte Kaufmann. Verliehen wird der Galenus-von-Pergamon-Preis in vier Kategorien: Grundlagenforschung, Primary Care, Specialist Care und Orphan Drugs.
Die vier Klassifikationen stünden exemplarisch für die gesamte Bandbreite medizinischer Innovationen. „Von wegweisenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Grundlagenforschung über neue Therapieansätze für Volkskrankheiten bis hin zu dringend benötigten Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit seltenen Erkrankungen“, so Kaufmann. (hom)




