Actelion will 135 Arbeitsplätze streichen

BASEL (cw). Actelion tritt auf die Kostenbremse. Der schweizer Pharmahersteller will seine Pipelineaktivitäten auf den Prüfstand stellen und sich konsequenter auf seltene und schwierige Nischenerkrankungen konzentrieren. Projekte, die mit dieser Strategie nicht im Einklang stehen, würden eingestellt oder verpartnert, heißt es in einer Mitteilung.

Veröffentlicht:

Actelion ist mit dem Lungenhochdruckmittel Tracleer® (Bosentan) groß geworden, mit dem rund 85 Prozent des Jahresumsatzes von zuletzt 1,8 Milliarden Franken erwirtschaftet werden.

Außer an direkten Nachfolgern für diesen Blockbuster, der in drei Jahren den Patentschutz verliert, arbeitet das Unternehmen an Kandidaten gegen Autoimmunkrankheiten oder Clostridien-Infekt. Nach eigener Auskunft befinden sich derzeit 15 Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung.

Von den jetzt angekündigten Effizienzmaßnahmen dürften etwa 135 Arbeitsplätze, vor allem in den Ressorts Forschung und Entwicklung sowie in der Verwaltung am Stammsitz Allschwil nähe Basel, betroffen sein, heißt es weiter.

Der Stellenabbau solle aber sozialverträglich ausfallen und mittels üblicher Fluktuation und Frühpensionierung über die Bühne gehen. Nach Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern werde man einen Sozialplan vorlegen.

Von Bosentan abhängig

Actelion steht bereits seit geraumer Zeit unter Stress: Preis- und Wettbewerbsdruck in Europa, USA und Japan lassen für dieses Jahr Umsatzrückgang befürchten.

Die starke Abhängigkeit vom Lungenhochdruckmittel Bosentan sorgt bei den Aktionären für Unmut.

Voriges Jahr etwa versuchte - obgleich vergeblich - der Hedgefonds Elliott Advisors, der sechs Prozent des Aktienkapitals hält, mehr Einfluss auf die Geschäftsleitung zu nehmen und einen Verkauf des Unternehmens in die Wege zu leiten.

Außerdem wird das Geschäft von einem Rechtsstreit mit dem ehemaligen Entwicklungspartner Asahi Kasei belastetet, der erfolgreich gegen die Einstellung des Entwicklungskandidaten Fasudil (ebenfalls gegen Lungenhochdruck) durch Actelion geklagt hat.

Im Mai 2011 sprach ein US-Gericht dem japanischen Chemieunternehmen 407 Millionen Dollar Schadensersatz zu. Rückstellungen dafür brachten Actelion in die roten Zahlen.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Auswirkung auf Arzneiversorgung

Pharmaindustrie warnt vor Helium-Engpässen durch Irankrieg

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anwältin erläutert Fristen

Regressbescheid nach 10 Jahren – ist das rechtens?

Lesetipps
Skelettszintigraphie einer betroffenen Patientin mit Osteomalazie in den Hüften (gelb) nach intravenöser Eisentherapie mit Eisencarboxymaltose.

© Roland Haubner/Universitätsklinik für Nuklearmedizin Innsbruck

Beobachtungsstudie

Eisenmangel: Wahl des Eisenpräparats beeinflusst das Frakturrisiko

Ein Arzt in einem weißen Arztkittel spricht mit einem männlichen Patienten über die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung und gibt anhand dieser eine Behandlungsempfehlung ab.

© Pcess609 / stock.adobe.com

Kommunikationsfehler vermeiden

Tipps: So sollten Sie mit Patienten über Risiken und Zahlen sprechen

Markus Frühwein

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Keine Gelbfieberimpfung bei Patienten über 60 Jahren: Stimmt das?