Franken

Ärztenetz geht neue Wege der Versorgung

Das Unternehmen Gesundheit Franken will eine Betreuung erreichen, die über die Regelversorgung hinausgeht.

Veröffentlicht: 17.04.2013, 15:40 Uhr

BERLIN. Netze können eine Versorgung bieten, die im Rahmen der Regelversorgung nicht vorgesehen ist. Eine wirkliche Rundum-Versorgung für die Patienten wird möglich, wenn sich ein Netz konsequent am biopsychosozialen Krankheitsmodell orientiert.

Diese Auffassung vertritt Dr. Hans-Joachim Mörsdorf, Aufsichtsratsvorsitzender des Netzes Unternehmen Gesundheit Franken (UGeF GmbH & Co KG) mit Sitz in Forchheim.

"Das biopsychosoziale Krankheitsmodell, gelebt in einem Ärztenetz, ist für meine Begriffe die große Chance, um Kosten zu sparen und die Versorgung zu verbessern", sagt Mörsdorf. Besonders chronisch Kranke profitieren davon aus seiner Sicht.

Mehr als 3000 Patienten

Im Ärztenetz UGeF sind etwa ein Drittel der Ärzte aus der Region rund um Forchheim zusammengeschlossen. Das Netz besteht seit fünf Jahren und ist seit Mitte 2012 Vertragspartner der AOK Bayern.

Die Kasse attestiert dem Netz einen hohen Reifegrad. Etwas über 3000 Patienten werden in diesem Rahmen derzeit versorgt.

"Einen Vertrag zu haben ist eine Aufwertung für das Netz", sagt Mörsdorf. Zum Weitermachen war der Vertragsschluss wichtig: "Die organisatorische Zusatzleistung in den Praxen für den Informationsaustausch bedarf einer zusätzlichen Vergütung als Motivation."

Doch nicht nur die Mitwirkung der Kassen, sondern auch die der Patienten ist ausschlaggebend für den Erfolg des Netzes. "Der Patient muss mitmachen", sagt Mörsdorf. Er dürfe nicht das Gefühl haben, dass er nur ein Fall sei.

Arzt und Patient entscheiden über Medikation

Wertschätzung lässt sich aus seiner Sicht schon mit Kleinigkeiten zeigen, zum Beispiel durch Unterstützung bei der Terminvereinbarung mit Fachärzten.

Das signalisiere dem Patienten: "Wenn schon der Arzt sich Mühe gibt, dann muss auch ich mir Mühe geben, um meine Gesundheit wieder herzustellen", so Mörsdorf.

Das Netz UGeF hat sich zudem das Prinzip des Shared Decision Making zugrunde gelegt. Auch bei der Medikation räumt das Netz nach Mörsdorfs Darstellung der gemeinsamen Entscheidung von Arzt und Patient den Vorrang gegenüber Leitlinien ein. Das gilt besonders bei Patienten mit Polymedikation. (ami)

Mehr zum Thema

Hausarztpraxen

Zu wenig Zeit für depressive Patienten

Onkologische Zentren

Krebsforscher: „Wir müssen Daten teilen“

Praxisnachfolge

Die Not der Ärzte im Lahn-Dill-Kreis

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Aufs hausärztliche Bauchgefühl ist Verlass

Diagnose

Aufs hausärztliche Bauchgefühl ist Verlass

Warum Körperzellen beim Krebs plötzlich bösartig werden

Maligne Transformation

Warum Körperzellen beim Krebs plötzlich bösartig werden

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden