Anlagen-Kolumne

Aktien im Aufwärtstrends: Spitze kommt noch

Die Aktienkurse sind im Auftrieb. Deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auszusteigen, wäre aber die falsche Entscheidung. Denn es gibt noch Potenzial nach oben.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Seit Mitte Dezember steigen die Aktienkurse. Dem Dax fehlen nur noch etwa 15 Prozent zum Allzeithoch. Die Aufwärtsbewegung hat viele Anleger überrascht.

Um die Kurse richtig zu deuten, sollten sich Investoren eine Weisheit des legendären Finanzexperten André Kostolany vergegenwärtigen: Er verglich die Börse mit einem Hund und die Wirtschaft mit seinem Herrchen.

Beizeiten läuft der Hund weit voraus, um dann wieder zurückzufallen und hinter seinem Herrchen herzutrotten. Derzeit liegt der Vierbeiner zurück. Investitionen in Aktien scheinen demnach attraktiv.

Es gibt Zeiten, in denen die Börsenkurse der Gewinnentwicklung der Unternehmen weit vorauseilen. Dies ist dann der Fall, wenn sehr viele Anleger in Aktien investieren. In derartigen Phasen sind die Wertpapiere im Verhältnis zur wirtschaftlichen Stärke der Unternehmen und im Vergleich zu Zinspapieren sehr teuer.

Weltwirtschaft in letzten Jahren im Schnitt um vier Prozent gewachsen

Auf der anderen Seite gibt es Börsenperioden, in denen die Kurse negativ übertreiben. Vergleicht man nun das Wachstum der Weltwirtschaft und die Unternehmensgewinne der vergangenen Dekade mit den Börsenkursen, dann ist das Ergebnis eindeutig: Trotz großer Verwerfungen ist die Weltwirtschaftsleistung in den letzten zehn Jahren im Schnitt real um 4 Prozent je Jahr gewachsen.

Die Unternehmensgewinne haben unter Schwankungen noch viel stärker zugelegt. Die Aktienkurse zahlreicher solider Unternehmen hingegen sind per Saldo nicht gestiegen. Hier dürfte es noch Potenzial nach oben geben.

Das Wachstum scheint sich in den nächsten Jahren fortzusetzen. Ifo-Geschäftsklimaindex und ZEW-Index haben zum Jahreswechsel eindeutig gedreht. Der Aktienmarkt steigt nach solchen Signalen im Schnitt über eine Periode von 24 Monaten.

Erst wenn die Kurse im Verhältnis zu den Unternehmensgewinnen zu hoch sind, sollten Anleger die Aktienquote ihres Depots wieder senken bzw. mit Gewinnsicherungen arbeiten. Anders ausgedrückt: Erst wenn die Aktie als ideale Geldanlage wieder in aller Munde ist, sollten Investoren vorsichtig werden.

Schwankungen bleiben Anlegern nicht erspart

Viele südeuropäische Aktienmärkte sind derzeit aber analytisch billig und auch der Dax hat das Zeug dazu, in den nächsten beiden Jahren neue Allzeithochs zu erreichen. Eines muss Aktienanlegern indes bewusst sein: Schwankungen werden ihnen nicht erspart bleiben.

Zudem ist die starke Kursentwicklung der letzten Monate nicht wiederholbar. Die Richtung aber stimmt. Denn die Aktienquoten der Investoren sind nicht zu hoch. Dividendenaktien, die vom steigenden Konsum der Welt profitieren und niedrig bewertet sind, findet man noch in ausreichender Zahl.

Anlegern empfiehlt es sich daher, nicht stündlich die Börsenkurse zu studieren, sondern besser die Psychologie der Masse zu hinterfragen. Der Hund ist noch nicht am Herrchen vorbeigelaufen.

Mehr zum Thema

Vermögensverwaltung

Auch in Geldfragen schlägt David den Goliath

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht

Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Mit Spritzen kennen sich die Zahnärzte auf jeden Fall gut aus.

© auremar / stock.adobe.com

Bereitschaft signalisiert

Zahnärzte wollen beim Impfen gegen COVID-19 unterstützen