Boehringer gründet Venture Capital Fonds für Biotech

Über Wagniskapital will Boehringer Ingelheim sich mit 100 Millionen Euro an jungen Biotech-Unternehmen beteiligen.

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INGELHEIM (ava). Boehringer Ingelheim will ein eigenes Investitionsvehikel für Wagniskapitalbeteiligungen auflegen. Das teilte das Familienunternehmen dieser Tage mit. Noch im Laufe des Jahres sollen über den "Boehringer Ingelheim Venture Fund" die ersten Beteiligungen an jungen Biotech-Unternehmen getätigt werden. Insgesamt will das Pharmaunternehmen aus Ingelheim 100 Millionen Euro für derartige Beteiligungen bereitstellen.

Die Fondsmanager werden besonders nach Chancen in der medizinischen Biotechnologie Ausschau halten. Dabei reichen die Vorstellungen von Stammzellen über RNA-Silencing, neue Impfstoffe, Protein- und Antikörpertechniken bis zu "erstklassigen" Lead-Strukturen und Biomarkern, wie das Unternehmen bekannt gab.

"Unsere Investitionen werden die bisherigen therapeutischen Schwerpunkte von Boehringer Ingelheim ebenso überschreiten wie unsere bisherigen Ansätze und Therapien", sagt Boehringers Pharmachef Andreas Barner. Auch geografisch gibt es keine Grenzen, investiert werde weltweit, heißt es in der Mitteilung.

Das Familienunternehmen Boehringer Ingelheim folgt dabei einem Trend. In den vergangenen Jahren haben mehrere Pharmakonzerne eigene Wagniskapitalfonds aufgelegt, um früh Zugriff auf neue Ideen zu haben. Meist liegt der Fokus dabei auf Biotech-Start-ups.

Erst vor einem Jahr richtete etwa Merck-Serono einen Fonds mit insgesamt 40 Millionen Euro ein. Wie der Boehringer Ingelheim Venture Fund unterstützt auch "Merck Serono Ventures" Biotech-Start-up-Unternehmen, die innovative Produkte in therapeutischen Einsatzfeldern entwickeln. Dazu gehören neurodegenerative Erkrankungen ebenso wie Krebs, Autoimmun- und Entzündungskrankheiten. Schon im September meldete der Leiter des Wagniskapitalfonds, Jörn-Peter Halle, dass das Interesse groß sei. Seit März seien mehr als 250 Geschäftspläne bei ihm eingegangen.

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