Brandneue Lösungen für die Verordnung

BERLIN (gvg). Behandlungen in Kliniken ohne automatische Arzneimittelsicherheitsprüfungen? Wenn es nach den Herstellern von Arzneimitteldatenbanken geht, soll das bald der Vergangenheit angehören. Auf der Gesundheits-IT-Messe conhIT präsentieren sich die Unternehmen mit brandneuen Lösungen.

Veröffentlicht:

So stellt das zur CompuGROUP gehörende Unternehmen ifap aus München erstmals sein ifap klinikCENTER vor, die Krankenhausversion des ifap praxisCENTER, mit dem viele Niedergelassene arbeiten. Bisher nutzen 900 Kliniken in Deutschland den ifap indexKLINIK, die Basisversion der Arzneimitteldatenbank des Unternehmens. Das neue Produkt wird ab Mai parallel zum indexKLINIK vertrieben. "Die Entscheidung, ob sie auf die neue Software umsteigen wollen, bleibt unseren Kunden überlassen", betont Brunhilde Fellermeier von ifap im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Das klinikCENTER ist modular aufgebaut und ermöglicht als vielleicht wichtigste Neuerung auch Kliniken die Nutzung der Arzneimittelsicherheits-Software i:fox, die relevante Patientendaten aus der Klinik-EDV extrahieren kann. Derzeit bietet i:fox einen Check auf Arzneimittelinteraktionen an, außerdem warnt das Programm vor Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Lebensmitteln. Ein Sicherheitsmodul steht für Schwangerschaft und Stillzeit zur Verfügung. Bald soll ein Dosiermanager folgen.

Onkologie-Modul zur Therapie-Kontrolle

Auch die Konkurrenz schläft nicht: Das Saarbrücker Unternehmen RpDoc Solutions, an dem der Chefarzt des Klinikums Saarbrücken, Professor Daniel Grandt, beteiligt ist, bietet in seiner aktuellen Version der Software RpDoc zur conhIT ein Onkologie-Modul, das bei der Erstellung onkologischer Therapieprotokolle behilflich ist. Unter anderem wird die Körperoberfläche automatisch ermittelt, und Maximal- und Kumulativdosen der Chemotherapeutika werden berücksichtigt. RpDoc hat auch einen innovativen UAW-Check im Programm, der auf Knopfdruck angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Symptom eine unerwünschte Arzneimittelwirkung ist. Dazu ist die Datenbank des Arzneimitteltelegramms hinterlegt - neben den Informationen von BfArM und Arzneimittelkommission, die alle derartigen Programme nutzen. Interessant könnte auch eine "Off-label"-Warnfunktion sein, die bei Blutprodukten die Indikationsstellung gemäß den von der BÄK festgelegten Indikationskriterien überprüft.

Prominenter Pharmakologe ist mit an Bord

Ebenfalls auf der conhIT vertreten ist das Unternehmen Atheso Arzneimittelsicherheit. Auch hier ist mit Professor Jürgen Frölich, ehemals Medizinische Hochschule Hannover, ein prominenter Pharmakologe mit an Bord. Die Atheso-Software TheraOpt berechnet patientenspezifisch die Dosis und berücksichtigt dafür etwa Alter, Geschlecht, Gewicht, Größe sowie Nieren- und Leberfunktion.

Pünktlich zur conhIT hat Atheso die Ergebnisse einer Pilotstudie zur Arzneimittelsicherheit vorgelegt. Demnach war auf einer internistischen Station bei 123 Patienten im durchschnittlichen Alter von 70 Jahren von 1811 Verordnungen jede vierte mit Gesundheitsrisiken behaftet. "Rechnet man das auf eine Klinik mit 500 Betten und 16 000 Patienten hoch, so werden täglich drei Medikamente verordnet, die durch Interaktionen mit anderen Medikamenten für Schäden sorgen können", so Frölich. Außerdem werde hochgerechnet einmal täglich ein Medikament verordnet, für das in der Patientenakte ein Allergieeintrag besteht.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

GKV-Finanzkommission

Spekulationen um Abschaffung des Pflegebudgets sorgen für Unruhe

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen