Direkt zum Inhaltsbereich

DGIM-Kongress

Brücken in die Erwachsenenmedizin

Wie baut man Betreuungsbrücken aus der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin? Die Transitionsmedizin bietet Lösungen: Thema beim Internistenkongress.

Veröffentlicht:

WIESBADEN. Betrifft die Transition eine chronische Krankheit, die bei Kindern wie Erwachsenen vorkommt, kann beim Brückenbau bereits auf Fundamente zurückgegriffen werden. Schwieriger wird es für Patienten, deren Krankheiten in der Erwachsenenmedizin bislang unbekannt waren.

Jugendliche mit chronischer Krankheit haben dieselben Probleme mit der Pubertät wie ihre gesunden Altersgenossen - plus zusätzliche körperliche und psychische Beschwernisse. Eine rheumatische Krankheit zum Beispiel kann mit lokalen Wachstumsstörungen, Osteoporose und Infektionen einhergehen, die Pubertät kann verzögert eintreten.

Emotionale Schwankungen und Risikoverhalten wirken sich negativ auf Therapieadhärenz und Krankheitsverlauf aus. Und dies in einer Phase, in der die Verantwortung für den eigenen Körper von den Eltern auf den Patienten übergeht.

Deshalb ist die Versorgung der Grundkrankheit nur das eine, auch Krankheitswissen und Selbstmanagement müssen gefördert werden.

"Es gibt nur weniger Pädiater, die Kinder und Jugendliche mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) behandeln, und für diese ist es dann auch nicht so leicht, einen Erwachsenen-Gastroenterologen zu finden, der die CED als Schwerpunkt anbietet", nennt Professor Britta Siegmund von der Charité ein weiteres Beispiel.

Sie ist Mitglied einer Arbeitsgruppe zur Transitionsmedizin der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin(DGKJ).

In Berlin-Brandenburg werden Jugendliche mit CED innerhalb eines Programms über ein Jahr begleitet. Das Programm soll nach Angaben von Siegmund jetzt auf Norddeutschland und später bundesweit ausgeweitet werden.

Eine gewisse Vorreiterrolle, gerade was seltene Erkrankungen angeht, die in der Kindheit beginnen, könne der Mukoviszidose zugesprochen werden, meint Professor Burkhard Tümmler aus Hannover. An der MHH werden in der Christiane-Herzog-Ambulanz für Mukoviszidose-Kranke schwerpunktmäßig die 12- bis 24-jährigen Patienten betreut.

Diese Lebensphase sei besonders kritisch, so Tümmler, weil der jährliche Lungenfunktionsverlust ausgeprägt ist. Eine große Bedeutung habe auch die Therapietreue: "Diese Problematik kann mit einem gezielt zugeschnittenen Versorgungsprogramm gelindert werden." (ner)

DGIM-Kongress / Symposium Transitionsmedizin; 26. April, 14:30 bis 16:00 Uhr.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neurodivergenz

ADHS in der Hausarztpraxis: Hinweise für die Diagnostik

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt