Einfluss auf Chefarztposten

Charité streitet mit Lehrkrankenhäusern

Die Charité liegt mit ihren Lehrkrankenhäusern im Clinch. Streit gibt es darüber, wie viel die Berliner Uniklinik bei der Besetzung von Chefarztstellen mitzureden hat.

Veröffentlicht:

BERLIN / POTSDAM. Die Berliner Uniklinik Charité liegt mit ihren Lehrkrankenhäusern im Clinch. Auseinandersetzungen gibt es darüber, wie viel die Charité bei der Besetzung von Chefarztstellen mitzureden hat.

"Zur Qualitätssicherung der Lehre müssen wir uns vorbehalten, dass wir etwas zur Berufung von Chefärzten sagen dürfen", sagte Charité-Chef Professor Karl Max Einhäupl der "Ärzte Zeitung".

Die Berliner Uniklinik habe aber kein Interesse daran, dass die Partnerkliniken Patienten zu ihr verlegten, versicherte er.

Abschluss neuer Verträge stockt

Die Charité hatte die Kooperationsvereinbarungen mit den Lehrkrankenhäusern in Berlin und Brandenburg gekündigt. Neue Empfehlungen des Medizinischen Fakultätentages (MFT) hätten "es erforderlich gemacht, dass neue Verträge gemacht werden", so Einhäupl zur Begründung dieses Schrittes.

"Abhängig von der Erfüllung der Anforderungen wird in der Regel eine Fortführung des Status als akademisches Lehrkrankenhaus oder Lehrpraxis möglich sein", so die Charité in einer Stellungnahme.

Sie hat die Lehrkrankenhäuser erneut angeschrieben und ihr Angebot zur Zusammenarbeit bekräftigt. Der Abschluss der neuen Verträge stockt.

Gesundheitsministerin eingeschaltet

In den Konflikt hat sich auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) eingeschaltet. Die gute Kooperation von Charité und Lehrkrankenhäusern in Berlin und Brandenburg sei für die medizinische Fachkräfteversorgung der Zukunft von hoher Bedeutung.

"Die Charité hat ihr Interesse an stabilen strategischen Partnerschaften mit den brandenburgischen Krankenhäusern bekräftigt", so Tack nach einem Gespräch mit Einhäupl und Charité-Dekanin Professor Annette Grüters-Kieslich.

Sie zeigte sich optimistisch, dass es gelingt, neue Verträge abzuschließen. Laut Ministerium absolvieren derzeit rund 100 Studierende der Charité ihr PJ an elf Brandenburger Lehrkrankenhäusern. (ami)

Mehr zum Thema

Corona-Winter

Unnötige Millionen-Ausgaben für Ungeimpfte

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Thoraxchirurg Dr. Günther Matheis.

© Porträt: Engelmohr | Hirn: gran

„ÄrzteTag“-Podcast

„Dann geht die Freiberuflichkeit von uns Ärzten flöten!“

Illustration vom Auslöser der Legionärskrankheit, Bakterien der Gattung Legionella, in den Alveolen.

© Dr_Microbe / Getty Images / iStock

RKI-Bericht

Auffälliger Trend bei Legionärskrankheit

Impetigo bei einem fünf Jahre alten Kind.

© FotoHelin / stock.adobe.com

practica 2021

Bei Impetigo contagiosa ist Abstrich meist überflüssig