ANLAGEN-KOLUMNE

Die Disziplin ist das A und O einer erfolgreichen Anlagestrategie

Das konsequente Befolgen einer festgelegten Anlagestrategie stellt für private wie institutionelle Anleger eine große Herausforderung dar. Doch die Disziplin ist das A und O für den Erfolg.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Hand aufs Herz: Wir alle nehmen uns immer wieder bestimmte Dinge vor. Zum Beispiel mit schlechten Angewohnheiten wie dem Rauchen aufzuhören, mehr Sport zu treiben, gesünder zu essen. Doch wie lange halten wir durch? Was für den Privatmenschen gilt, gilt ebenso für Investoren, für private wie auch für professionelle - alles nur eine Frage der Disziplin.

Es gibt nachweislich Strategien, die den Markt langfristig übertreffen. Dazu zählen günstige Kennzahlen wie Dividendenrendite, Umsatz, Cash Flow und der Buchwert der Aktie im Verhältnis zum Kurs. Die relative Stärke einer Aktie zum Gesamtmarkt ist ebenfalls wichtig. Allein auf dieses Kursmomentum zu setzen ist dagegen sehr gefährlich, in Kombination mit fundamentalen Kennzahlen aber eine gute Strategie.

Überhaupt sollte man im Depot neben verschiedenen Anlageklassen auch immer mehrere Strategien miteinander kombinieren und nie einseitig unterwegs sein. Vermeintlich rosige Zukunftsaussichten einer Aktie drängen aber oftmals die fundamentalen Kennzahlen in den Hintergrund. Was zählt, ist die Einzeltitelauswahl, die gute Story, nicht aber der Portfoliokontext.

Ob eine Aktie mit einer Strategie kompatibel ist, ist dabei oft zweitrangig. Und das, obwohl die strategische Ausrichtung eines Depots in der Regel über 80 Prozent der Rendite ausmacht. Die Konsequenz muss somit lauten: in Strategien denken statt in Einzeltiteln!

Bevor Anleger sich in Einzeltiteln verlieren, ist es wohl eine gute Strategie, sich einfach den Index zu kaufen. Tatsächlich sind solche Indexmodelle rein statistisch gesehen auch dem Menschen und damit auch vielen Fondsmanagern überlegen. Quantitative Modelle schließen das Fehlerpotenzial des Faktors Mensch aus.

Allerdings gibt es auch Argumente gegen den Kauf des gesamten Index oder indexnaher Fonds. Denn Indizes werden einer angestrebten Portfolioeffizienz, einer optimalen Risiko-Ertrags-Allokation, nicht gerecht.

Außer all den technischen Aspekten dürfen auch die menschlichen nicht außer Acht gelassen werden. Denn Gier, Angst, Hoffnung und Ignoranz beeinflussen das menschliche Urteilsvermögen. Diejenigen, die aber über die Zeit bestätigte Strategien konsequent umsetzen, ohne auf die Nebengeräusche des Marktes zu hören, werden in der Regel als Gewinner hervorgehen.

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