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Verstehen ohne Worte

Eingespielte OP-Teams sind schneller

Wie lang eine Brustverkleinerung braucht, hängt nicht nur davon ab, wie viele Reduktionsplastiken die Chirurgen bereits durchgeführt haben. Entscheidend ist auch, wie oft die Ärzte schon gemeinsam am Op-Tisch standen.

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Team im OP: Eingeschworene Truppe?

Team im OP: Eingeschworene Truppe?

© Mathias Ernert

BOSTON. Erfahrung schafft Zeit: So benötigen auch Chirurgen im Laufe ihres Berufslebens immer weniger Zeit für die gleiche Operation. Noch schneller ist der Patient wieder in seinem Zimmer, wenn das Ärzteteam eingespielt ist und bereits fünf bis zehn gleiche Eingriffe miteinander gemeistert hat.

Naturgemäß ist das Tempo durch das "Zusammenwachsen" nicht endlos steigerbar, aber die Handgriffe sitzen immer zuverlässiger, wie eine amerikanische Studie gezeigt hat.

Wissenschaftler der Harvard Medical School haben jetzt 754 Operationen zur beidseitigen Brustverkleinerung ausgewertet. Die Eingriffe erfolgten zwischen 1995 und 2007 an einer großen Universitätsklinik durch 223 verschiedene Teams, bestehend aus acht chirurgischen Oberärzten und 107 Assistenten.

Bei jeder Operation wurde die Op-Erfahrung aller beteiligten Ärzte sowie die Zahl der bislang gemeinsam durchgeführten Eingriffe eruiert. Im Durchschnitt hatten die Oberärzte rund elf Jahre Erfahrung, die Assistenzärzte viereinhalb (Ann Surg 2013; online 12. Februar).

Eingeschworene Teams sind schneller

In Teams, in denen Oberarzt und assistierende Chirurgen noch nie zuvor zusammengearbeitet hatten, betrug die durchschnittliche Operationsdauer für eine beidseitige Mamma-Reduktionsplastik 153 Minuten.

Hatte das Op-Team bereits ein- bis fünfmal zusammen am Tisch gestanden, war die Operation bereits nach 132 Minuten beendet, und nach sechs bis zehn gemeinsamen Eingriffen sank die Op-Dauer auf 116 Minuten.

Natürlich war die Dauer des Eingriffs auch abhängig von der Erfahrung der operierenden Ärzte. So reduzierte sich die zu erwartende Dauer in der multivariaten Analyse mit der Zahl der durchgeführten Operationen.

Bei den chirurgischen Oberärzten nach 24 Jahren Berufserfahrung sank sie um 59 Minuten und bei den Assistenten bis zum Ende ihrer Ausbildung um 22 Minuten.

Darüber hinaus ergab sich ein davon unabhängiger zusätzlicher Zeitgewinn, wenn die Brustverkleinerung von einem eingespielten Team durchgeführt wurde: Je öfter die Ärzte schon zusammen am Op-Tisch gestanden waren, desto schneller hatte die Patientin den Eingriff hinter sich.

Hatte ein Team beispielsweise zehn gemeinsame Operationen absolviert, brachte der geübte Umgang miteinander einen zusätzlichen Zeitgewinn von 16 Minuten.

In der Praxis könnte ein noch größerer Zeitgewinn möglich sein, so die Autoren, wenn nicht nur die operierenden Ärzte, sondern das gesamte Op-Team berücksichtigt würde. (St)

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