Anlagen-Kolumne

Entscheidende Kursmarken im Blick behalten

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Nach der frühsommerlichen Euphorie im 2. Quartal scheint an den deutschen Börsen Katerstimmung eingekehrt: Der DAX ist inzwischen unter den gleitenden 200-Tage-Schnitt gefallen. Entsprechend fallen aktuelle Stimmungsbefragungen unter Investoren pessimistischer aus - was antizyklisch gesehen aber positiv zu werten ist.

Anleger, die mit dem Gedanken spielen, jetzt in deutsche Aktien zu investieren, sollten warten, bis die 200-Tage-Linie (verläuft bei 9506 Punkten) auf Schlusskursbasis überschritten wird.

Mit großer Wahrscheinlichkeit warten viele Anleger auf eben dieses Signal, was die Aktiennachfrage über dieser Marke belebt, wenn sie denn geknackt werden sollte. Bis dahin kann getrost Pulver trocken gehalten werden.

Der US-Markt zeigt ein anderes Bild. Der S&P 500 steht am Allzeithoch und kurz davor, über die 2000-Punkte-Marke zu steigen. Erstaunlicherweise ist bei vielen Anlegern Vorsicht eingekehrt. Die Fondsmanager haben ihre Investitionsquoten sogar reduziert. Das ist eine gute Konstellation, wenn der Markt nach oben ausbricht, denn dann stünden genügend potentielle Käufer bereit, die dann in den Markt "gezwungen" werden.

China lieferte kürzlich wieder konjunkturell schwächere Daten, nachdem der Juli Hoffnung aufkommen ließ. Der Einkaufsmanagerindex und die Geldmengenwachstumsraten sind leider wieder schwächer ausgefallen. Bislang belastet das die jüngst deutlich gestiegenen Aktien wenig.

In China, Deutschland und den USA entwickelten sich die Large Caps deutlich besser als die Mid- und Small Caps. Dies sollte als Warnsignal für den Gesamtmarkt im Hinterkopf behalten werden.

Im Moment sind Anleger mit Aktien aus den großen Indizes besser beraten. Fazit: Anleger sollten die genannten Marken für DAX und S&P 500 im Auge behalten und erst bei einem Ausbruch prozyklisch agieren.

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