Unternehmen

Europas MedTech-Unternehmen sind zuversichtlich

Die europäische Medizintechnik-Industrie blickt trotz Wirtschaftskrise und Maßnahmen zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen optimistisch in die Zukunft.

Von Petra Spielberg Veröffentlicht:
Herausforderungen sieht die Branche im Kliniksektor.

Herausforderungen sieht die Branche im Kliniksektor.

© Foto: BVMed-Bilderpool

Für dieses und die kommenden Jahre erwarten Vertreter der europäischen Medizintechnikbranche mehrheitlich Wachstumsraten von fünf Prozent (2009) und darüber (2010 bis 2011). Dies ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens McKinsey & Company im Auftrag des Europäischen Medizinprodukteverbandes Eucomed. Für die Studie befragte McKinsey im April 48 Unternehmen aus der Medizinprodukte-Industrie europaweit.

Lediglich 20 Prozent der Befragten sagten, dass sich die derzeitige globale Wirtschafts- und Finanzkrise auf ihr Unternehmen auswirken würde. Dies beträfe vor allem sinkende Absatzzahlen im Jahr 2009. Die Branche schließt hierfür zugleich andere Gründe nicht aus.

Mehr als die Wirtschaftskrise fürchten zahlreiche europäische Medizinproduktehersteller indessen die Folgen von EU-weiten Kostendämpfungsmaßnahmen und Reformen im Gesundheitswesen, speziell im Krankenhaussektor. 85 Prozent der Befragten gaben an, einen erhöhten Preisdruck zu spüren.

Fast ebenso viele (80 Prozent) bestätigten, dass sich finanzielle Engpässe und Umstrukturierungsmaßnahmen im Krankenhausbereich negativ auf Vertragsverhandlungen mit den Kliniken auswirkten. Die überwiegende Zahl der Unternehmen hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Herausforderungen zu begegnen. Dies betrifft vor allem Einsparungen im Marketing und Verkauf, in der Verwaltung sowie beim Personal. Ein Viertel der Befragten gab an, Stellen abgebaut zu haben. 46 Prozent haben einen Einstellungsstopp verfügt.

Zahlreiche europäische Unternehmen nehmen zugleich Standortverlagerungen innerhalb Europas vor, insbesondere nach Tschechien und Ungarn, sagte John Wilkinson, Hauptgeschäftsführer von Eucomed. Dies ermögliche den Unternehmen eine kostengünstige Erforschung und Entwicklung von Medizinprodukten bei zugleich konsequenter Qualitätskontrolle - anders als bei Standortverlagerungen nach Asien.

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