E-Card

Fachberufe wollen Zugriff auf mehr Daten

Physiotherapeuten und andere Gesundheitsfachberufe fühlen sich derzeit abgekoppelt von den Datenströmen, wenn die E-Card richtig im Einsatz sein wird. Eine Lösung könnten elektronische Berufsausweise sein.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 13.10.2016, 06:45 Uhr
Fachberufe wollen Zugriff auf mehr Daten

Den Patienten im Griff: Physiotherapeuten wollen aber auch Zugriff auf die Patientendaten in der Telematik-Infrastruktur haben.

© Kzenon / fotolia.com

DORTMUND. In der Telematik-Infrastruktur wird die breite Palette der Berufe, die an der Patientenversorgung beteiligt sind, nur unzureichend abgebildet. Das kritisieren Vertreter von Heilmittelerbringern, Gesundheitshandwerkern und Gesundheitsfachberufen.

"Im digitalen Gesundheitswesen gehören zwingend nicht-approbierte Gesundheitsberufe dazu", sagte Torben Vahle vom Zentralverband des Deutschen Handwerks vor Kurzem bei der Fachtagung "eHealth.NRW" in Dortmund.

Gesundheitshandwerker und Gesundheitsfachberufe hätten sich schon bei der Planung der Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Gesundheitskarte die Einbeziehung und mehr Anerkennung gewünscht, betonte er.

"Die Nicht-Beteiligung ist eine deutliche Diskriminierung." Durch die Telematik-Infrastruktur verschlechtere sich bei den Hilfsmittelerbringern der Zugriff auf bestimmte Daten, bemängelt Vahle.

"Es fehlt an Transparenz"

Der Grund für die Entwicklung ist für Vahle klar: "Es fehlt an Transparenz, was die nicht-approbierten Professionen im Versorgungsalltag leisten." Die Ausdehnung standardisierter Kommunikationsverfahren auf alle Berufsgruppen würde die Versorgung verbessern, sagte er.

Das sieht auch Arnd Longrée so, der Vorsitzende des Deutschen Verbands der Ergotherapeuten. "Wir wollen systematisch in die Kommunikation einbezogen werden", forderte er. Ein abgestufter Zugriff auf Anwendungen wie die elektronische Fallakte sei notwendig, um die Patienten angemessen versorgen zu können.

Longrées Ergotherapie-Praxis kooperiert mit einem Krankenhaus und nimmt an einem Vertrag zur integrierten Versorgung teil. Bei den über diese Wege kommenden Patienten funktionierten die Schnittstellen und die Informationsflüsse, berichtete er.

Von allen anderen erfährt Longrée dagegen in der Regel gerade mal das Geburtsdatum und die Diagnose. "Dann beginnt das Stochern im Nebel."

Ein weiteres Großprojekt

Longrée ist Sprecher des Fachbeirats zum elektronischen Gesundheitsberufe-Register (eGBR).

Die in Nordrhein-Westfalen angesiedelte Einrichtung soll künftig bundesweit zuständig für die Ausgabe der elektronischen Berufsausweise an nicht-approbierte Gesundheitsberufe sein, die sogenannten sonstigen Leistungserbringer. "Die Vorbereitungen für den Staatsvertrag sind in vollem Gange."

Der eGBR ist ein weiteres Großprojekt. In Deutschland gebe es zwei Millionen sonstiger Leistungserbringer aus 40 verschiedenen Berufen, sagte Longrée. "Das verdeutlicht die Problematik."

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