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Theologe, kein Mediziner

Falscher Impfarzt räumt zum Prozessauftakt Vorwürfe ein

Falsche Doktortitel, gefälschte Approbationsurkunde: Ein Theologe soll in mehreren Fällen Corona-Impfungen verabreicht haben, ohne ärztliche Zulassung. Er habe gedacht, er tue etwas Gutes, so seine Anwältin.

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Der Angeklagte (vorne, l) wird kurz vor Prozessauftakt von Polizisten in das Landgericht Traunstein gebracht. Er soll sich als Arzt ausgegeben und hunderte Patienten gegen Corona geimpft haben

Der Angeklagte (vorne, l) wird kurz vor Prozessauftakt von Polizisten in das Landgericht Traunstein gebracht. Er soll sich als Arzt ausgegeben und hunderte Patienten gegen Corona geimpft haben

© Tobias Hase / dpa

Traunstein. Ein Theologe, der als falscher Impfarzt mehrere Hundert Menschen geimpft haben soll, hat vor dem Landgericht Traunstein die Vorwürfe der Anklage weitestgehend eingeräumt. Über seine Verteidigung ließ er zum Prozessauftakt am Donnerstag mitteilten, es sei richtig, dass er zwei falsche Doktortitel benutzt, eine Approbationsurkunde gefälscht und somit zu Unrecht Impfstoff verabreicht habe. Er könne aber nicht rekonstruieren, wie viele Menschen er selbst geimpft habe, sagte seine Anwältin Carolin Arnemann. Im Regelfall habe das medizinische Fachpersonal geimpft.

Es sei ihm darum gegangen, eine Beschäftigung zu haben und auch etwas zum Lebensunterhalt beizutragen, sagte Anwältin Arnemann. Er habe zudem gedacht, „er tut etwas Gutes“ und bringe die Impfkampagne voran. In neun Monaten Untersuchungshaft sei ihm klar geworden, „dass das, was er gemacht hat, nicht geht“.

Was wirft die Anklage vor?

Nach der Anklage soll der 50-Jährige bei mehr als 306 Menschen ohne ärztliche Zulassung selbst die Spritze gesetzt und in 1144 Fällen Injektionen von medizinischem Fachpersonal überwacht haben. Gesundheitliche Schäden oder Komplikationen bei den Geimpften gab es den Ermittlern zufolge nicht.

Die Staatsanwaltschaft in Bayern wirft dem Mann im einzelnen vor, vom 3. Februar bis 23. März 2021 im Impfzentrum Rosenheim sowie am 16. März 2021 im Impfzentrum Karlsfeld im Landkreis Dachau tätig gewesen zu sein. Außerdem war er laut Anklage bei mobilen Impfeinsätzen in Pflegeeinrichtungen im Einsatz.

Er soll gut 20.000 Euro in Rechnung gestellt haben, laut Verteidigung bekam er aber am Ende kein Geld für seine Tätigkeit. (dpa)

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