Digitalisierung

Hausärzte bei Telemedizin zurückhaltend

Hausärzte zweifeln an der Zeitersparnis durch die Technik. Echten Mehrwert sehen sie aber in der Vernetzung mit Pflegediensten.

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BERLIN Telekonsultationen und elektronische Visiten gelten als eine Möglichkeit, Versorgungsengpässe zu lindern und die Position des Hausarztes zu stärken. Bei der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) ist man da allerdings eher skeptisch.

"Wir werden bis zum Jahr 2020 pro Hausarzt etwa 30 Prozent mehr Patienten haben", sagte Dr. Uwe Popert, Sektionssprecher Versorgungsaufgaben bei der DEGAM. Angesichts dieser Aussicht müsse erst einmal geklärt werden, wo die zusätzliche Zeit herkommen soll, bevor neue Aufgaben für Hausärzte diskutiert würden.

Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTELEMED) betonte Popert, dass er sich elektronische Videokonsultationen mit Patienten oder Kollegen medizinisch durchaus gut vorstellen könne: "Die Frage ist, ob mir das als Arzt Zeit spart."

Allenfalls bei Telekonsultationen, die einen Hausbesuch ersetzen, hält er das für plausibel. Hier könne der Effizienzgewinn allerdings auch mit medizinischen Fachangestellten oder Kranken- bzw. Gemeindeschwestern erreicht werden.

Ein Gebiet, bei dem die Digitalisierung aus hausärztlicher Sicht ansetzen könnte, hält er in vielen Diskussionen zur Telemedizin bisher für unterrepräsentiert, nämlich die Kommunikation zwischen Ärzten und anderen medizinischen Dienstleistern im Pflegekontext.

"Ob eine Universität Daten über ein Portal zur Verfügung stellt, interessiert mich als Hausarzt eher weniger", so Popert.

Die Schnittstelle zwischen Hausärzten und Pflegediensten sei im Alltag dagegen viel relevanter: "Hier gibt es viele Behandlungen, es werden viele Daten übermittelt und die Aktualität der Daten ist sehr wichtig."

Für die Kommunikation zwischen allen an der Pflege beteiligten Heilberuflern sei eine übergreifende elektronische Fall- oder Pflegeakte ideal: "Wenn ich beispielsweise die Medikation eines Patienten direkt am Bildschirm ändern könnte und das dann eins zu eins beim Pflegedienst auftaucht, das wäre eine unglaubliche Entlastung." (gvg)

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