Digitalisierung

Hausärzte fühlen sich ausgebremst

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen kommt nicht zügig voran, weil die Internetversorgung in Deutschland unzureichend ist - das findet der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes.

Veröffentlicht:
0 und 1 - nicht überall in Deutschland gibt es schnelles Internet.

0 und 1 - nicht überall in Deutschland gibt es schnelles Internet.

© Kenishirotie / stock.adobe.com

STUTTGART. Unzureichende Internetversorgung in Deutschland bremst nach Ansicht des Hausärzteverbandes die Digitalisierung im Gesundheitswesen aus.

"Das ist als wolle man Autofahren, aber ohne Straße", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, anlässlich des 16. Baden-Württembergischen Hausärztetages in Stuttgart.

Die Politik habe das Problem seit Jahren vor sich hergeschoben. Er setze große Hoffnung auf den neuen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Von der Digitalisierung erwartet Weigeldt eine bessere Kommunikation zwischen Ärzten, Patienten und Krankenkassen sowie einen Abbau von Bürokratie.

Als erfolgversprechendes Projekt nannte er die Digitalisierung der medizinischen Fachangestellten. Diese könnten dabei die während ihrer Hausbesuche bei Patienten erhobenen Daten dem Praxisarzt elektronisch übermitteln und ihn so entlasten.

E-Card und E-Akte gehören die Zukunft

Doch viele Wünsche blieben mangels durchgängiger Internet-Infrastruktur noch offen. So etwa ein elektronischer Medikationsplan, auf den Arzt und Apotheker Zugriff haben.

Nach Weigeldts Ansicht gehört eher der elektronischen Patientenakte als der elektronischen Gesundheitskarte die Zukunft. Allerdings fehlten noch klar definierte Vorgaben, wie diese konkret aussehen soll, bemängelte Weigeldt.

"Wir brauchen bei der Patientenakte endlich eine praxistaugliche Lösung, mit der wir Ärzte dann auch vernünftig arbeiten können. Bisher erleben wir hier vor allem Kompetenzgerangel zwischen einigen ärztlichen Organisationen und den Krankenkassen."

Entlastung verspreche er sich bei der Verordnung von Hilfsmitteln: "Heute entsteht für jedes zu ersetzende Rollatorrad ein Papierkrieg zwischen Arzt und Krankenkasse."(dpa)

Mehr zum Thema

Kommentar zum Qualitätsmanagement

Patientenbefragungen: Ein unterschätztes Multitool

Notfallmedizin

Kölner Klinik erprobt Telemetrie-EKG

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Druck aus Bundesgesundheitsministerium

DGGG stellt Leitlinie für Schwangerschaftsabbruch vor

Tag des Patienten

Patientenbefragung: Das Frühwarnsystem für Arztpraxen

Differenzialdiagnostik bei Glossodynie

Symptom Zungenschmerz: Der lange Weg zur Diagnose