Praxisführung

KVWL: Ab 2010 muss elektronisch abgerechnet werden

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MÜNSTER (iss). Nach dem 31. Dezember dieses Jahres wird die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) von ihren Mitgliedern keine manuellen Abrechnungen mehr akzeptieren. Die Ärzte und Psychotherapeuten müssen dann selbst dafür sorgen, ihre Abrechnung in eine elektronisch lesbare Form zu bringen.

Zurzeit übernimmt die KVWL selbst die Aufgabe gegen einen erhöhten Verwaltungskostensatz. Diese Möglichkeit hat die Vertreterversammlung (VV) jetzt letztmalig für das vierte Quartal 2009 verlängert. Ärzte können diese Dienstleistung künftig kostenpflichtig über die KVWL Consult oder einen anderen Anbieter erbringen lassen. Die Abrechnung sei für die KVWL mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden, sagte KVWL-Vize Dr. Wolfgang-Axel Dryden auf der VV in Münster.

So habe die KVWL im ersten Quartal 2009 insgesamt 4,5 Millionen Fehlermeldungen bearbeiten müssen. "Die Regelwerke in den Praxisverwaltungssystemen sind lückenhaft und können nicht das aufarbeiten, was für eine korrekte Abrechnung notwendig ist." Bei 13 bis 14 Prozent der Mitglieder habe die KVWL sachlich-rechnerische Richtigstellungen vornehmen müssen.

"Die störanfälligste und aufwändigste ist die manuelle Abrechnung", betonte Dryden. Die KVWL habe die Altersstruktur der manuell abrechnenden Leistungserbringer überprüft. Danach stehen von den insgesamt 169 längst nicht alle - zumindest vom Alter her - am Ende Ihrer Praxistätigkeit. 66 Ärzte sind zwischen 50 und 60 Jahre alt, 28 jünger als 50 Jahre, 75 älter als 60. Darunter sind nicht nur kleine Praxen. "Ich finde, das kann man den anderen nicht mehr länger zumuten", sagte er.

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