Anlagen-Kolumne

Keine neue Euro-Krise in Sicht

Die Sparer in Zypern sollen zur Kasse gebeten werden - dieser Vorschlag entstand in Brüssel unter deutscher Beteiligung. In einem solchen Umfeld sollte der Trend zu Sachwerten, wie Gold, anhalten.

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht: 25.03.2013, 08:12 Uhr

Dass politisch relevante Entscheidungen gerne am Wochenende gefällt werden, zeigt Zypern. Übers Wochenende wurden Bankkonten eingefroren und das bisherige Versprechen der EU-weiten Einlagensicherung ad absurdum geführt. Ob Angela Merkel die Bürger ein zweites Mal beruhigen könnte, indem sie wie 2008 behauptet, die Einlagen der Bürger sind sicher, ist zweifelhaft.

Denn der Vorschlag, die Sparer in Zypern zur Kasse zu bitten, ist nicht in Zypern entstanden, sondern in Brüssel unter deutscher Beteiligung. In einem solchen Umfeld sollte der Trend zu Sachwerten, wie Gold, anhalten. Nach etwa zwei Jahren Seitwärtsbewegung im Goldpreis ist es interessant, sich wieder mit Gold zu beschäftigen, denn der vor 12 Jahren begonnene Aufwärtstrend des Goldes könnte wieder aufgenommen werden.

Die Gründe für einen Goldanstieg, wie die weltweite Abwertung der Papierwährungen, sind nämlich weiter gegeben. Das Argument der Opportunitätskosten aufgrund der fehlenden Verzinsung ist im Niedrigzinsumfeld zu vernachlässigen. Wer allerdings nach laufender Verzinsung strebt, sollte weiter auf Qualitätsaktien setzen. Aktien erscheinen allerdings kurzfristig gesehen etwas korrekturgefährdet.

Zwar hoffen viele Anleger auf eine Korrektur, um einsteigen zu können, aber insgesamt signalisieren die Stimmungsindikatoren eine Sorglosigkeit, die zur Wachsamkeit ermahnen sollte. Kühlt sich die Stimmung bei Kursrücksetzern ab, sprechen etwa die monetäre Stimulierung für steigende Kurse, ebenso die nachlassende Reformdynamik in den Mittelmeerländern, was die Wirtschaft weniger stark bremst.

Trotz der Rekordarbeitslosigkeit in den Mittelmeerländern ist noch keine Regierung bereit, aus dem Euro auszusteigen. Die Länder sind sich bewusst, dass das mit einer starken Abwertung der eigenen Währung verbunden wäre: Deshalb ist eine neue Euro-Krise vorerst nicht zu erwarten.

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