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Kommentar

Lebensversicherungspolicen immer unattraktiver

Indem Versicherer immer mehr auf Beitragsgarantien verzichten, wälzen sie das Risiko auf die Kunden ab.

Anne-Christin GrögerVon Anne-Christin Gröger Veröffentlicht:

Die Corona-Pandemie setzt die Zinsen an den Kapitalmärkten noch stärker unter Druck als bisher. Für die Lebensversicherer ist das schlecht, sie haben dadurch noch größere Schwierigkeiten, die Garantien zu erwirtschaften, die sie ihren Kunden in früheren Zeiten gegeben haben. Viele Gesellschaften reagieren: Immer mehr Anbieter legen ihren Tarifen einen individuellen Garantiezins von 0,5 Prozent oder 0,25 Prozent auf den Sparanteil zugrunde oder wollen im Neugeschäft gar keine Garantie mehr geben, Das Argument der Versicherer: Durch die geringeren Sicherheiten haben sie mehr Freiraum bei der Kapitalanlage und könnten dann höhere Renditen erzielen.

Für Verbraucher wird so die Lebensversicherung noch unattraktiver als bisher. Denn mit dem Verzicht auf die Beitragsgarantie wälzen diese das Risiko auf den Kunden ab. Die neuen Tarife sind eigentlich eine Geldanlage in Aktien oder andere Anlageklassen, umhüllt von einem teuren Versicherungsmantel. Der Kunde zahlt für solche Policen weiterhin Abschluss- und Verwaltungskosten und nimmt noch dazu das Kapitalmarktrisiko auf sich. Eine Lebensversicherung in diesem Stil lohnt sich nicht mehr. (acg)

Schreiben Sie der Autorin: wi@springer.com

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