Anlagen-Kolumne

MedTech und Digital Health ins Depot

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Gesundheit steht auf der Wunschliste der Menschen ganz oben. Aus Sicht eines Investors denkt man da zu allererst an die Pharmaindustrie. Jedoch weist der Sektor Medizintechnik und Digitalisierung für Investoren nennenswerte Vorteile gegenüber der Biotech- und Pharmabranche auf. Denn im Gegensatz zu chemisch hergestellten Originalmedikamenten können weder komplexe Implantate noch Klinikausrüstungen oder Op-Roboter von potenziellen Mitbewerbern mit geringem Aufwand nachgebaut und vertrieben werden.

Während in den meisten bedeutenden Industrie- und teilweise auch Schwellenländern die Preisfindung bei Arzneimitteln von staatlichen Behörden beeinflusst wird und diese zunehmend Druck ausüben, verhandeln Medizintechnik-Anbieter Preise überwiegend direkt mit ihren Abnehmern wie Spitälern, Labors und Arztpraxen.

Unser Gesundheitsminister, der vor einigen Jahren das Buch "App vom Arzt" mitverfasst hat, sieht die Digitalisierung des Gesundheitswesens als Chance für eine bessere und effizientere Versorgung. Neben der Telemedizin und der elektronischen Gesundheitsakte bilden Software und Hardware für den mobilen und drahtlosen Austausch von Gesundheitsdaten interessante unternehmerische Wachstumsfelder.

Die Chancen: mehr Effizienz, bessere Behandlungsergebnisse, geringere Kosten. Während etablierte Gesundheitsunternehmen in die Digitalisierung investieren, bauen etliche US-Technologieriesen seit geraumer Zeit ihre Gesundheitsaktivitäten aus.

Healthcare-Unternehmen gehören dieses Jahr zu den Bestperformern. Investoren können in diesen Megatrend noch einsteigen, sollten bei Einzelaktien aus dem Bereich Medizintechnik und Digital Health aber auf genügend Streuung achten oder besser in entsprechende Themenfonds investieren. Die Risikobereitschaft wird sich wahrscheinlich langfristig auszahlen.

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