Arzneimittelproduktion in DDR

Nach zwei Jahren waren alle Germed-Töchter versorgt

Veröffentlicht: 02.10.2015, 08:40 Uhr

Arzneimittelproduktion, das hieß in der DDR vor allem VEB Germed. Nach der Wende gingen die Filetstücke des Kombinats an West-Firmen.

BERLIN. In dem 1979 gegründeten Pharmazeutischen Kombinat Germed waren nahezu sämtliche Arzneimittel-Betriebe der DDR zusammengefasst. Zum Kombinatsbestand gehörten bekannte Namen wie Berlin-Chemie, Jenapharm, Serumwerk Bernburg, der einstige Byk-Gulden-Betrieb Oranienburg oder das Arzneimittelwerk Dresden.

Letzteres bildete das Herzstück der Germed. Versuche, nach der Wende selbstständig zu bleiben, gelangen den wenigsten. So ging etwa der Zwickauer ISIS Chemie, die im Herbst 1990 mit einer um 100 Stellen gekappten Belegschaft hoffnungsfroh stand alone startete, bald die Luft aus.

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Keine zwölf Monate später übernahm Schwarz Pharma - und blieb acht Jahre bei der Stange. Dann reichten die Monheimer das inzwischen ganz auf Generika getrimmte Unternehmen an den US-Anbieter Alpharma weiter.

Erfolgreich in der Nische behaupten konnte sich das Serumwerk Bernburg, das via Managment-Buy-out privatisiert wurde. Nach Verhandlungen mit mehreren potenziellen Partnern aus den alten Bundesländern übernahmen 1992 Geschäftsführer und eine Bremer Investorengruppe den auf Klinik-Spezialprodukte, OTC-Präparate, Dialysetechnik und Tierarzneimittel fokussierten Mittelständler.

Mit der Berlin-Chemie ging im Mai 1992 das letzte noch in Treuhandbesitz befindliche Pharmaunternehmen der einstigen DDR in Privatbesitz über.

Nachdem zu Jahresbeginn noch der Hoechst-Konzern öffentlich Interesse an der traditionell im europäischen Osten und in Russland exportstarken Firma bekundete, kam wenig später mit Investitionszusagen von 400 Millionen Euro die italienische Menarini zum Zuge. Die scheint das Engagement nicht bereut zu haben.

2006 erwarb sie auch noch die Pharmaproduktion des Arzneimittelwerks Dresden, die zuvor bereits von der Degussa-Tochter Asta Medica an den kroatischen Hersteller Pliva veräußert worden war. Heute firmiert das Werk im Dresdener Stadtzentrum als "Menarini von Heyden".

Diese Dauer war dem seit 2007 in Radebeul ansässigen Produktvertrieb des Arzneimittelwerks Dresden nicht beschieden: 2011 - inzwischen hieß der Mutterkonzern Teva - wurde AWD Pharma geschlossen. (cw)

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