Nachahmer und regionaler Wertschöpfer zugleich

Jenseits ihres Kerngeschäfts sind Generikaunternehmen vor allem auch regionale Wirtschaftsfaktoren. Sie schaffen Arbeitsplätze und investieren viel Geld.

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Generikaunternehmen tragen nicht nur dazu bei, dass im Gesundheitssystem Einsparungen möglich sind. Sie sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region und den Standort Deutschland. Das zeigt eine regionale Wirtschaftsstudie, die der Präsident des Institutes für Wirtschaftsforschung Halle, Professor Ulrich Blum, im Auftrag von Sandoz erstellt hat. Sandoz ist weltweit zweitgrößter Hersteller von Generika mit Sitz in Holzkirchen bei München.

Demnach gehen zum Beispiel von Sandoz, das 2005 nach dem Kauf von Hexal seine Unternehmenszentrale von Wien nach Holzkirchen verlegt hat, weit reichende wirtschaftliche Effekte aus. Heute sind in Holzkirchen mehr als 1300 Mitarbeiter beschäftigt.

"Durch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens und die täglichen Konsumausgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgt Sandoz für 2000 weitere Arbeitsplätze in Bayern", erläutert Blum. Jeder Arbeitsplatz bei Sandoz in Holzkirchen schaffe 1,6 weitere Arbeitsplätze in Bayern außerhalb des Unternehmens. Hochgerechnet auf das Bundesgebiet kommen auf einen Arbeitsplatz bei Sandoz zusätzlich 2,6 Arbeitsplätze außerhalb der Firma.

Weitere positive Effekte ergeben sich nach den Berechnungen des Wirtschaftsforschers durch die Ausgaben und Investitionen, die Sandoz tätigt und die bei Zulieferbetrieben und Dienstleistungsunternehmen zu einer zusätzlichen Wertschöpfung führen. 2008 hat Sandoz rund 264 Millionen Euro in der Region und deutschlandweit insgesamt 326 Millionen Euro ausgegeben. Die damit verbundene Wertschöpfung des Unternehmens in Bayern belaufe sich auf 140 Millionen Euro, bezogen auf das gesamte Bundesgebiet sogar auf 243 Millionen Euro, erklärte Blum.

Bei Zulieferbetrieben und Dienstleistern in Bayern habe das zu einer zusätzlichen Wertschöpfung von 156 Millionen Euro geführt. Im Bundesgebiet belaufe sich die Wertschöpfung auf insgesamt rund 349 Millionen Euro. Auch der Staat profitiere von der Wirtschaftstätigkeit des Unternehmens. Zu den Steuern und Abgaben in Höhe von 37,1 Millionen Euro, die Sandoz 2008 in Bayern abführte, kommen demnach noch weitere 41,9 Millionen Euro hinzu, die von Zulieferbetrieben und Dienstleistern abgeführt werden.

Angesichts dieser Zahlen warnte der Leiter der Sandoz-Gruppe Deutschland, Helmut Fabry, davor, dass die zunehmende Bedeutung von Rabattverträgen die Rahmenbedingungen in Deutschland verschlechtert. Sandoz werde die Strukturen vermutlich anpassen müssen. "Die Studie soll den politisch Verantwortlichen klar machen, was auf dem Spiel steht", erklärte Fabry. (sto)

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