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Uni Kiel

Neue Spitze für das Institut für Allgemeinmedizin

Fast eine Dekade hat es nach dem Ruf von Professor Ferdinand Gerlach nach Frankfurt gedauert, bis das Institut für Allgemeinmedizin eine neue Leitung bekommen hat. Nun soll Professor Hanna Kaduszkiewicz das Institut neu aufbauen.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Professor Hanna Kaduszkiewicz wird neue Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Uni Kiel.

Professor Hanna Kaduszkiewicz wird neue Leiterin des Instituts für Allgemeinmedizin an der Uni Kiel.

© Schnack

KIEL. Das Institut für Allgemeinmedizin an der Kieler Universität hat nach langer Vakanz wieder eine Leitung. Professor Hanna Kaduszkiewicz wird das lange verwaiste Institut neu aufbauen.

Kaduszkiewicz hat zuvor zwölf Jahre lang am Institut für Allgemeinmedizin am Hamburger UKE gearbeitet. Die 42-jährige gebürtige Polin erwartet in Kiel Aufbauarbeit - seit dem Weggang von Professor Ferdinand Gerlach haben die Kieler fast zehn Jahre verstreichen lassen, bevor die Neubesetzung gelang.

In dieser Zeit hatten sich Allgemeinärzte als Lehrbeauftragte um die Studierenden gekümmert. Kaduszkiewicz baut auf die weitere Zusammenarbeit mit den Lehrbeauftragten, denen sie hervorragende Arbeit bescheinigte.

Zum Auftakt will die neue Lehrstuhlinhaberin dafür sorgen, dass das Institut wieder stärker wahrgenommen wird. Neben Kontakten zu Politik und Standespolitik will Kaduszkiewicz besonders die Hausärzte ansprechen.

"Ich hoffe auf rege Kommunikation. Vorschläge und Anregungen von Hausärzten für die Arbeit des Instituts sind an unserem Lehrstuhl willkommen", sagte Kaduszkiewicz. Daneben will sie intensiv mit dem Nachwuchs selbst kommunizieren, etwa über den Verbund Jade (Junge Allgemeinmedizin Deutschland).

Kaduszkiewicz: Image der Allgemeinmedizin gestiegen

Ein zentrales Problem für die Allgemeinmedizin ist aus ihrer Sicht, den Nachwuchs von einer Tätigkeit auf dem Land zu überzeugen. Neben einer angemessenen Honorierung hält sie die Infrastruktur für ausschlaggebend.

Damit angehende Mediziner die Arbeit von Landärzten kennenlernen können, will sie über möglichst früh beginnende Blockpraktika für einen zügigen Einblick sorgen.

"Der frühe Eindruck prägt, ohne diesen werden sich die Studierenden seltener für die Allgemeinmedizin entscheiden", sagte Kaduszkiewicz.

Helfen könnte dabei ein nach ihrem Eindruck gestiegenes Image der Allgemeinmedizin insgesamt. "Das Fach hat an Stellenwert gewonnen. Die Allgemeinmedizin erfährt heute in den Medizinischen Fakultäten viel mehr Anerkennung als früher", steht für die Professorin fest.

Zurückzuführen sei die Entwicklung unter anderem auf die Impulse, die die Allgemeinmedizin in der Lehre gibt, aber auch auf Forschungsleistungen.

Tag der Allgemeinmedizin etablieren

Diesen Bereich will sie in Kiel stärken und zunächst Forschungsanträge schreiben und Kooperationspartner suchen. Zu ihren mittelfristigen Zielen zählt außerdem ein Tag der Allgemeinmedizin, den sie in Kiel etablieren möchte.

Profitieren wird Kaduszkiewicz bei ihrer Aufbauarbeit in Kiel von ihren langjährigen Erfahrungen am UKE.

Sie hat dort viele Jahre mit Professor Hendrik van den Bussche zusammengearbeitet, der das Institut 1993 übernommen und in den folgenden Jahren stark ausgebaut hatte.

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