Praxisführung

QM ohne Ärzte? Das findet keine Akzeptanz in Praxen!

Bei der Qualitätssicherung müssen Ärzte endlich mit einer Stimme sprechen, fordert Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Kammer Westfalen-Lippe.

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MÜNSTER (iss). Ärzte müssen auch künftig an der Qualitätssicherung maßgeblich beteiligt werden. Das fordert Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL). "Die für die Qualitätssteuerung notwendigen Kriterien lassen sich sektorenübergreifend ohne Mitwirkung der betroffenen Ärzte nicht erarbeiten", sagte Windhorst anlässlich einer Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des ÄKWL-Ressorts Qualitätssicherung.

Er bedauerte, dass der Gemeinsame Bundesausschuss das AQUA-Institut statt der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung ab 2010 mit der sektorübergreifenden Qualitätssicherung beauftragt hat. Während die ärztliche Selbstverwaltung bisher entscheidend an der Entwicklung der Strukturen beteiligt gewesen sei, rücke die Fortschreibung der Qualitätssicherung jetzt weg vom ärztlichen Einfluss und in Industrie-Nähe.

Dennoch werde am ärztlichen Fachverstand in diesem Gebiet auf lange Sicht niemand vorbei kommen, prognostizierte Windhorst. "Es ist ein Trauerspiel, dass die ärztliche Selbstverwaltung selbst auf Landesebene keine Stimme mehr bei der Weiterentwicklung der Qualitätssicherung hat."

Ohne Beteiligung der Ärzteschaft werde es unter den Medizinern ein Akzeptanzproblem geben, warnte er. "Die Kollegen in den Krankenhäusern und den Praxen wünschen sich eine pragmatische und leicht durchzuführende Qualitätssicherung, die ihnen mit höchstmöglicher Effizienz bei der Verbesserung der Arbeit am Patienten hilft."

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