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Krankenhaus-Studie

Qualität zahlt sich nicht aus

Krankenhausmanager, die in eine gute Qualität der Behandlung investieren, werden wirtschaftlich nicht belohnt. Beim Vergleich von Aufwand und Qualität schneidet das deutsche Gesundheitswesen laut einer neuen Studie schlecht ab.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:
Alles gut im OP? Qualität macht sich hierzulande kaum in der Klinikbilanz bemerkbar.

Alles gut im OP? Qualität macht sich hierzulande kaum in der Klinikbilanz bemerkbar.

© Maurizio Gambarini / dpa

BERLIN. Zwischen der Qualität der Krankenhausbehandlung und dem wirtschaftlichen Erfolg einer Klinik in Deutschland gibt es keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang. Darauf weist die Unternehmensberatung KPMG in einer Untersuchung hin.

Dazu hat das Unternehmen 64 Qualitätsindikatoren in 284 Krankenhäusern untersucht, die repräsentativ im Hinblick auf Trägerschaft und räumliche Verteilung sein sollen. Basis sind die Qualitätsberichte der Kliniken nach Paragraf 137 SGB V.

Berücksichtigt wurden weiterhin nur die Häuser, die Angaben zu mindestens 35 der 64 Indikatoren gemacht haben - 208 Kliniken blieben nach diesem Auswahlprozess übrig. Grundlage für das Qualitätsergebnis ist dann die Bewertung jeder der Qualitätsindikatoren mithilfe einer Scoring-Kennzahl zwischen 0 und 3 Punkten gewesen.

Für die subjektive Qualitätsmessung hat KPMG nach eigenen Angaben den "Klinikführer" der Techniker Krankenkasse herangezogen. Die Kasse hat dazu in einer Umfrage in 1000 Krankenhäusern die Patientenzufriedenheit ermitteln lassen.

Dabei sind unter anderem Items wie die Zufriedenheit mit dem Behandlungsergebnis, mit der medizinisch-pflegerischen Versorgung oder mit Information und Kommunikation abgefragt worden. Um die Wirtschaftlichkeit zu bewerten, hat die Unternehmensberatung die Umsatzrentabilität auf Basis der Jahresabschlüsse im Bundesanzeiger berechnet.

Als Ergebnis hält KPMG fest, dass es keine Korrelation zwischen der Qualität der Behandlung und der Umsatzrentabilität eines Krankenhauses gibt.

Knapp vor Griechenland platziert

Krankenhäuser mit überdurchschnittlich gutem Qualitätsranking zeigten insgesamt keine bessere Umsatzrentabilität als Häuser mit unterdurchschnittlichen Qualitätsnoten. Falsch sei es, daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, Qualität und Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus schlössen einander aus.

Die Studienautoren fordern als Konsequenz zum einen eine Qualitätsberichterstattung, die die tatsächliche Qualität der Leistungen der Kliniken widerspiegelt. Nötig sei zum anderen ein Vergütungssystem, das vorrangig die Qualität der Behandlungsergebnisse belohnt und nicht Mengenwachstum.

KPMG begründet die Konzentration seiner Untersuchung auf Krankenhäuser damit, dass sie zum einen der größte Kostenblock im Gesundheitswesen seien. Zum anderen lägen Qualitätsdaten von anderen Anbietern - vor allem in der ambulanten Versorgung - kaum in statistisch verwertbarer Form vor.

Medial viel beachtet worden ist der Vergleich von KPMG zwischen dem deutschen Gesundheitssystem und dem anderer europäischer Staaten. Dafür hat die Unternehmensberatung auf Daten des Qualitätsindex' EHCI (Euro Health Consumer Index) aus dem Jahr 2012 zurückgegriffen.

Deutschland landete dabei im Mittelfeld auf Platz 14, die Niederlande belegten den ersten Platz. Der EHCI zieht für den Index Daten zu Patientenrechten und -information, Wartezeiten, Behandlungsergebnisse, Prävention, Behandlungsumfang und Medikamentenversorgung heran.

Im zweiten Schritt hat KPMG das EHCI-Ranking in Beziehung gesetzt zu den Pro-Kopf-Ausgaben für Gesundheit gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Hier weist Deutschland nach den Niederlanden und Frankreich mit 11,3 Prozent den dritthöchsten Wert auf.

Beim Gesamtvergleich zwischen Qualität und dem Quotienten aus Gesundheitsausgaben und BIP landet Deutschland dann auf dem drittletzten Platz - nur noch vor Griechenland und Portugal.

KPMG zieht daraus die Schlussfolgerung, das deutsche Gesundheitswesen zeichne sich durch ein vergleichsweise hohes Ausgabenniveau bei "zu wenig Qualität" aus.

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