Verordnung Digitaler Gesundheitsanwendungen

Regressgefahr: Ausschlusskriterien bei DiGA beachten!

Dass die Kassenseite Digitale Gesundheitsanwendungen eher kritisch beäugt, ist nicht neu. Nun könnten aber tatsächlich Regressanträge auf Praxen zukommen, warnt die KV Westfalen-Lippe.

Veröffentlicht:
Ist die verordnete DiGA wirklich für eine Patientin oder einen Patienten geeignet? Darüber entscheidet nicht nur die gestellte Diagnose. (Motiv mit Fotomodell)

Ist die verordnete DiGA wirklich für eine Patientin oder einen Patienten geeignet? Darüber entscheidet nicht nur die gestellte Diagnose. (Motiv mit Fotomodell)

© stokkete / Stock.adobe.com

Dortmund. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) können für gewisse Patientengruppen Vorteile bieten, so Anke Richter-Scheer, stellv. Vorstandsvorsitzende der KV Westfalen-Lippe (KVWL). Trotzdem fürchtet die KV, dass auf verordnende Ärztinnen und Ärzte Regressanträge der Kassen zukommen könnten.

Wie Richter-Scheer auf der kürzlichen Vertreterversammlung (VV) der KV berichtete, mache die AOK Baden-Württemberg „diesbezüglich seit Februar“ ernst. Andere Kassen könnten aufgrund der aktuellen finanziellen Lage „zeitnah folgen“, ergänzte sie.

Das Kleingedruckte im Blick behalten

Zumal aktuelle DiGA-Reports auf Basis von Kundenbefragungen zeigten, dass etliche Versicherte ihre Verordnung zwar einlösten, hinterher die DiGA aber kaum nutzten oder sogar nahezu umgehend wieder löschten. Also Kosten verursachten, ohne einen Mehrwert für ihre Versorgung.

Die hausärztliche Internistin appellierte daher, nicht nur darauf zu achten, dass eine gesicherte Diagnose für die Verordnung vorliege. Ärzte sollten gleichsam die Angaben zu Kontraindikationen sowie weitere Ausschlusskriterien im Kleingedruckten im Blick behalten. All dies gebe das DiGA-Verzeichnis vor. Die Ausschlusskriterien sind bei der jeweiligen DiGA unter Indikation ganz unten in der Liste zu finden.

Zudem riet sie Ärzten, noch gezielter zu schauen, ob der DiGA-Einsatz beim jeweiligen Patienten tatsächlich erfolgversprechend ist. (reh)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vergleich der Leitlinien

Restless Legs Syndrom: Gabapentinoide oder Dopamin-Agonisten zuerst?

Lesetipps
Eine ältere Frau inhaliert ein Medikament aus einem Pulverinhalator.

© thodonal / stock.adobe.com

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Ein Kardiologe verwendet einen Schlauch für die Radiofrequenzkatheterablation eines Patienten mit Vorhofflimmern.

© romaset / stock.adobe.com

Nach Katheterablation

Kontrolle von Risikofaktoren schützt vor Vorhofflimmern-Rezidiven