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Anlagen-Kolumne

Richtige Streuung bleibt das A und O bei der Anlagestrategie

Sparen hat Konjunktur - auch wenn sich derzeit nur äußerst wenig Rendite erwirtschaften lässt. Sparern bieten sich aber durchaus Potenziale - mit dem richtigen Mix.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Sparen bedeutet vorübergehenden Konsumverzicht. Auffallend ist, dass die Sparquoten im internationalen Vergleich deutlich divergieren. Im Jahr vor der globalen Finanzkrise sparten die US-Bürger so gut wie nichts. Nach der Krise änderte sich ihr Verhalten jedoch fundamental: 2010 dürfte die US-Sparquote im Schnitt bei etwa sechs Prozent liegen.

Wie aber sparen nun die Deutschen? Nach Umfragen legen weniger als 50 Prozent der Deutschen regelmäßig einen Teil ihres Einkommens zurück. Insgesamt beläuft sich das private Geldvermögen auf aktuell 4700 Milliarden Euro. Etwa 80 Prozent davon sind verzinste Anlagen, die auf Zahlungsverpflichtungen von Schuldnern beruhen, wie Geldkontoanlagen oder Zinspapiere. Nach der Bundesbankstatistik ist seit 2007 ein großer Teil der Gelder zusätzlich in Zinsanlagen geflossen. Spar-, Sicht-, und Termineinlagen mit Bargeld, sowie Anlagen in Versicherungspolicen und festverzinsliche Wertpapiere haben um 275 Milliarden Euro zugenommen. Eine solche Größenordnung gab es noch nie. Anleger akzeptieren historisch niedrige Zinsen, um jegliche Risiken auszuschließen.

Früher galt ein Zins von fünf Prozent p.a. als gutes Argument dafür, Geld zu sparen. Heute ist die Situation anders: Vergegenwärtigt man sich die laufenden Zinsen für die momentan sicherste und flexibelste Geldanlage, die Tagesgeldzinsanleihe des deutschen Staates, dann liegt der Zins bei 0,18 % pro Jahr. Anleger würden also zehn bis 20 Millionen Euro benötigen, um mit den Zinsen das Einkommen eines Durchschnittsdeutschen zu erreichen.

Aus diesem Grund ist es heute umso wichtiger, den sicheren Anlageformen auch ertragsstarke Anlageformen beizumischen. Bei allen Anlagestrategien ist und bleibt die Streuung ein wichtiges Element.

Sparen Sie also in drei Töpfe: erstens in traditionelle Anlagen mit hoher Ertragssicherheit, wie Zinspapiere und Geldkontoguthaben. Zweitens in Produktivkapital in Form von guten Aktienfonds, welche die Konsumbedürfnisse der steigenden Weltbevölkerung abdecken, und Aktienfonds von Schwellenländern. Drittens in alternative Anlageklassen wie Gold, Wald oder Immobilien, um sich gegen evtl. Inflationstendenzen zu schützen.

Zur Person: Gottfried Urban ist Fondsmanager der Neue Vermögen AG und wurde mehrfach für seine Leistungen in der Vermögensverwaltung ausgezeichnet.

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