Direkt zum Inhaltsbereich

Sanierungsbeitrag: Kliniken wollen Geld zurück

BERLIN (ble). Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, hat die große Koalition aufgefordert, die seit 2007 mit dem Sanierungsbeitrag abgeschöpften Gelder der Kliniken zurückzuzahlen.

Veröffentlicht:

Der Abschlag von 0,5 Prozent auf jede Krankenhausrechnung müsse sofort gestoppt werden, sagte Kösters bei einer Anhörung des Bundestagsgesundheitsausschusses zur Krankenhausfinanzierung. Nach Angaben der DKG entzieht allein diese Regelung den Krankenhäusern monatlich 20 Millionen Euro.

Der Sanierungsbeitrag wurde mit der Gesundheitsreform 2007 beschlossen. Die Regelung läuft Ende des Jahres aus. Mit ihr sollte die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenkassen stabilisiert werden. Kösters forderte, dieses Geld den Kliniken im kommenden Jahr zurückzuzahlen. Ohne neue Finanzierungsbasis drohe eine "schleichende Rationierung" in den Kliniken.

In diesem Zusammenhang sprach sich der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Rudolf Henke, dafür aus, die Einnahmen der Kliniken nicht mehr an die Grundlohnsumme und damit an die Einnahmeentwicklung der Kassen zu koppeln, sondern einen krankenhausspezifischen Preisindex zugrunde zu legen. Damit sollen die Einnahmen entsprechend der Kostenentwicklung steigen können.

Als kurzfristige Möglichkeit, die Kliniken finanziell zu entlasten, schlug der Gesundheitsökonom Günter Neubauer vor, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent zu reduzieren. Damit könnten die Kliniken ihre Investitionen verdoppeln, sagte er. Diese seien entscheidend für mehr Effizienz der Kliniken.

Derweil gehen die Kassen von weiter rasch steigenden Belastungen durch den Kliniksektor aus. 2008 müssten die Kassen rund 3,5 Prozent mehr aufwenden, 2009 sogar 5,4 Prozent, prognostizierte Stefan Wöhrmann vom Verband der Angestellten-Krankenkassen. Ihm zufolge resultiert die prekäre Finanzlage vieler Kliniken aus der fehlenden Investitionsbereitschaft der Bundesländer.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren

Lesetipps
Sehr viele unterschiedliche Tabletten liegen auf einem weißen Tisch.

© DhanaStudio / Generated with AI

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Einzelne Bilder von Lebensmitteln die reich an Histamin sind.

© PhotoSG / stock.adobe.com

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom