Die Meinung

Selbsthilfe statt Versicherung?

Von Ilse SchlingensiepenIlse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Ilse Schlingensiepen ist Wirtschaftsjournalistin in Köln.

Auf einer Fachtagung in München hat ein Versicherungsmanager seiner Branche die Leviten gelesen. Es könne nicht sein, dass die Versicherer ihre Kunden genau dann im Regen stehen lassen, wenn diese sie am meisten brauchen: bei Großschäden und bei neuen Risiken. Geht die Branche weiter in diese Richtung, droht ihr die Bedeutungslosigkeit, warnte Michael McGavick, Chef von XL Insurance.

Zwar ging es ihm vor allem um die Industrieversicherung und die Deckung von Konzernen. Doch auch im Umgang mit Privatkunden oder Freiberuflern oder kleinen Firmen fahren manche Versicherer in der Schaden- und Unfallversicherung einen riskanten Kurs.

Auch Ärzte haben schon die Erfahrung gemacht: Bei Kleinigkeiten zeigen sich Versicherer kulant, bei wirklichen Schäden sieht es anders aus. Dann spielen manche auf Zeit, stellen immer neue Nachfragen, wollen Kunden mit weniger Geld abspeisen, als ihnen zusteht, oder unterstellen ihnen Versicherungsbetrug.

Wenn sich die Branche hier nicht ändert, könnte das passieren, was auch in der Industrieversicherung passiert. Ärzte und andere Kunden werden weniger Versicherungen kaufen und für die wirklich existenzbedrohenden Risiken Selbsthilfelösungen suchen.

Mehr zum Thema

Befragung

PKV-Versicherte 2021 noch zufriedener

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn legt nach und stellt der GKV weitere Milliarden in Aussicht.

© Jens Krick/ Flashpic/picture alliance

Kassenzuschuss

Spahn legt sieben Milliarden Euro für die GKV nach

Im Gesundheitswesen sind Power Naps noch Mangelware. Aber es findet ein Umdenken statt.

© Elnur /stock.adobe.com

Pssst, nicht stören

Nickerchen für Krankenhaus-Mitarbeiter im Kommen