Praxisführung

Soziales Umfeld beeinflusst Therapietreue

Bei Patienten-Programmen ist nicht nur das Vertrauen zum Arzt wichtig. Auch der Lebenspartner beeinflusst den Erfolg.

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NEU-ISENBURG (reh). Wer seine Patienten bei der Therapie halten will, muss sich auch ihr soziales Umfeld genauer ansehen.

Denn das soziale Umfeld - und hier vor allem der Lebenspartner - habe einen entscheidenden Einfluss auf die Therapietreue, erklärten zwei Compliance-Experten auf dem covendos-Forum "Patienten-Programme" in Heidelberg.

Nicht nur der Arzt als Vertrauensperson sei für die Patienten eine wichtige Compliance-Stütze, sagte Dr. Cyrill Brand von der vitartis Medizin Service GmbH. "Hat der Patient jemanden in seinem sozialen Umfeld, der ihn motiviert und auffängt, dann kann er sich auch einmal eine Compliance-Delle leisten."

Ähnlich sieht es Professor Fritz Haverkamp von der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EFH) in Bochum. Der Mediziner und Diplom-Psychologe hat verschiedene Studien auf das Thema soziales Umfeld und Therapietreue hin durchleuchtet und führt derzeit selbst eine Studie zu diesem Thema durch.

Lebenspartner miteinbeziehen

Ein ganz entscheidender Faktor sei der Lebenspartner zu Hause. Dieser sollte mit in das Programm einbezogen oder zumindest fachkundig aufgeklärt werden. "Wird der Partner zu Hause nur vom Patienten aufgeklärt, kann er - wenn beim Patienten eine Unzufriedenheit mit der Therapie entsteht - zum Risiko werden", so Haverkamp.

Ganz einfach, weil der Lebenspartner nicht von einer neutralen Stelle informiert wird, der Patient eventuell selbst noch nicht alles verstanden hat und Wissenslücken in Sachen Therapie und Krankheitsbild aufweist. Auch die Frage, inwieweit sich während der Therapie der Beruf ausüben und der Alltag bewältigen lässt, sollte laut Haverkamp in Gesprächen und Schulungen aufgegriffen werden.

Und auch darin sind sich Brand und Haverkamp einig: Die Ansprache müsse sich dem jeweiligen Patienten anpassen. Das heißt, das Praxisteam muss zum einen das Alter des Patienten berücksichtigen, zum anderen aber auch den Grad der Bildung - sonst können Wissenslücken entstehen, die mitunter gefährlich sind.

Etwa weil der Patient eigenmächtig die Medikation erhöht, getreu dem Motto "viel hilft viel".

Lesen Sie dazu auch: So werden eigene Patienten-Programme ein Erfolg

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