Tagesgeld-Zins nähert sich der Zwei-Prozent-Marke

NEU-ISENBURG (lu). Viele Sparer träumen noch immer von Zinsen über fünf Prozent. Doch sie dürften bald in der Realität ankommen: Experten gehen davon aus, dass die meisten Banken die Tagesgeld-Zinsen schon bald unter zwei Prozent drücken werden.

Veröffentlicht:

Konservative Bankkunden, die auf Tages- oder Festgeld setzen, blieben von Verlusten mit Zertifikaten, Aktien und Firmenanleihen verschont. "Doch jetzt trifft es sie quasi durch die Hintertür", sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main. Denn: Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen in nur einem halben Jahr um 2,25 Prozentpunkte auf zwei Prozent gesenkt. Und in den vergangenen zehn Jahren haben Banken für Tagesgeld im Schnitt nahezu immer weniger bezahlt, als die EZB über den Leitzins vorgab.

Der Grund für die Diskrepanz: Banken haben die Wahl. Entweder sie leihen sich kurzfristiges Geld bei der EZB zu deren Zinsen oder sie nutzen dazu die günstigeren Tagesgeldanlagen der Kunden. Aktuell liegt der mittlere Zins beim Tagesgeld 0,6 Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins. Daher werde es nicht mehr lange dauern, bis das bisherige Zinsgefüge hergestellt wird. Die Tagesgeldzinsen werden schon bald unter zwei Prozent sinken. "Wer davon die Abgeltungsteuer und die Inflationsrate von 0,9 Prozent abzieht, kennt die erschreckend niedrige Realrendite von Tagesgeld: 0,5 Prozent", so Herbst.

Wer vor der Wahl steht, Erspartes anzulegen, sollte daher solche Tagesgeld-Angebote nutzen, die den Zinssatz für längere Zeit garantieren. Dazu gehört aktuell etwa die VW-Bank, die bis 30. Juni 2009 einen Zins von vier Prozent garantiert, wenn maximal 30 000 Euro dort angelegt werden. Vorteil: ein verlässlich hoher Zins bei größter Flexibilität, denn über das Geld können Sparer schon morgen wieder verfügen.

Das Wertpapierhandelshaus Accessio bietet für drei Monate 6,5 Prozent für maximal 25000 Euro pro Person. Für Sparer, die längere Zeit auf das Geld verzichten können, dürfte Festgeld mit einer Laufzeit von sechs bis zwölf Monaten eine gute Wahl sein. Auf diese Weise sichern sie sich attraktive Zinsen, können aber schon bald auf - unerwartete - Marktänderungen reagieren. Das beste Angebot einer deutschen Bank kommt derzeit mit 4,65 Prozent für einjähriges Festgeld von der SWK Bank. Die GE Money Bank zahlt 4,25 Prozent, die Santander Consumer Bank vier Prozent.

Schlagworte:
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Hört die KI künftig in Praxis- und Klinikalltag mit? Beim Healthcare Hackathon in Berlin wurden gleich mehrere Szenarien getestet, bei denen eine Art Alexa etwa bei der pflegerischen Aufnahme unterstützt.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Healthcare Hackathon

Wie KI zur echten Praxis- und Klinikhilfe wird

Professor Ferdinand Gerlach

© Wolfgang Kumm/dpa/picture alliance

Interview

Gerlach: „Es gibt keinen allgemeinen Ärztemangel und keine generelle Überalterung“

Gemälde von Menschen auf einer tropischen Insel, die um eine übergroße Mango tanzen.

© Preyanuch / stock.adobe.com

Kinetose

Mango, Musik, Medikamente – was gegen Reisekrankheit hilft