Approbation
Mehr als 1.200 Ärzte warten in Hessen auf Zulassung
Das lange Warten auf die Zulassung ist für ausländische Mediziner ein Dauerproblem in Hessen. Das zuständige Landesamt für Gesundheit und Pflege verspricht erneut, die Verfahren beschleunigen.
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Das Stethoskop bereit, allein an der Zulassung fehlt‘s. So geht es vielen Medizinern mit ausländischen Studienabschlüssen in Hessen.
© Daniel Karmann/dpa
Dillenburg. Eine vierstellige Zahl an Ärztinnen und Ärzten, die im Ausland studiert haben, warten auf ihre Zulassung in Hessen. Dem zuständigen Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) in Dillenburg liegen nach eigenen Angaben aktuell 1.209 Anträge auf Erteilung der Approbation vor. Im Durchschnitt würden 70 Prozent bewilligt, sagte ein Sprecher.
Die Zahl der Deutschen, die im Ausland Medizin studieren, wird vom Landesamt nach eigenen Angaben zurzeit statistisch nicht erfasst. Die Anzahl der deutschen Studienabsolventen ist nach Angaben eines Sprechers jedoch „erfahrungsgemäß eher gering“.
„Die Gewinnung von Fachkräften für den hessischen Gesundheitssektor ist ein zentrales Anliegen des Hessischen Landesamtes für Gesundheit und Pflege“, sagte der Sprecher. „Das HLfGP verbessert derzeit interne Prozesse und Maßnahmen, damit Approbationen beziehungsweise Berufserlaubnisse zügiger erteilt werden und damit diese wichtigen Fachkräfte in Hessen arbeiten können.“
Personelle Verstärkung avisiert
Das für Drittstaaten zuständige Team werde personell verstärkt, eine neue Servicehotline helfe bei den Unterlagen, dringende Fälle würden auf Bitten von Kliniken vorgezogen. Verbesserung erhofft sich das Amt auch von einem Gesetzentwurf zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen auf Bundesebene.
Trotz aller Beteuerungen des Amts, die Prozesse zu beschleunigen, ist nur wenig Verbesserung zu erkennen. Immer wieder werden in der Publikumspresse Schicksale ausländischer Mediziner geschildert, die vergeblich auf die Zulassung warten – häufig trotz konkreter Stellenzusage beispielsweise eines Krankenhauses. Auch der Ärzte Zeitung sind solche Fälle namentlich bekannt.
Befristete Berufserlaubnis möglich
Wer im Ausland studiert hat und in Hessen als Arzt, Zahnärztin oder Apotheker arbeiten möchte, muss einen Antrag auf Approbation beim eingangs genannten HLfGP in Dillenburg stellen. Dabei gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten: die Gleichwertigkeitsprüfung auf Basis von Unterlagen und die Kenntnisprüfung in Form einer Prüfung. Vorübergehend kann auch eine befristete Berufserlaubnis erteilt werden.
Seit April 2025 unterstützt das sogenannte Pflegequalifizierungszentrum Hessen Antragsteller aus Nicht-EU-Staaten. Es nimmt Erstanträge entgegen, prüft sie auf Vollständigkeit und hilft, falls nötig, beim Vervollständigen der Unterlagen. Bei allem steht immer der Patientenschutz im Mittelpunkt, wie das Landesamt berichtet. (dpa/bar)





