Börse

Turbulenzen an Japans Finanzmarkt

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TOKIO. Verunsicherung an den weltweiten Finanzmärkten wegen Hiobsbotschaften vom iPhone-Hersteller Apple und der US-Industrie treffen auch Japan. Nach heftigen Turbulenzen bei der Landeswährung Yen starteten am Freitag die Kurse an der Tokioter Börse mit hohen Verlusten ins neue Handelsjahr.

Der japanische Börsen-Leitindex Nikkei für die 225 führenden Werte fiel um 452,81 Punkte oder 2,26 Prozent und ging mit 19 561,96 Punkten aus dem Handel. Hinzu kam ein drastischer Wertanstieg der japanischen Landeswährung Yen, der am Donnerstag im Verhältnis zum US-Dollar auf den höchsten Stand seit zehn Monaten kletterte.

Japans Regierung erklärte sich im Zweifel zu Eingriffen bei der Währung bereit. In unsicheren Zeiten suchen Anleger häufig den japanischen Yen als „sicheren Hafen“ auf. Für einen Dollar mussten zeitweise nur noch 104,70 Yen hingeblättert werden.

Zwar waren es am Freitag wieder rund 108 Yen – das ist aber immer noch deutlich weniger als im Herbst. Für Japans Wirtschaft ist der starke Yen ein Problem, denn er macht Japans wichtige Exporte teurer.

Zudem waren die Kursausschläge zeitweise so hoch, dass Experten von einem sogenannten „Flash-Crash“ sprachen. Dabei werden Kursausschläge durch automatische Handelssysteme verstärkt. Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann sprach von einer ungewöhnlichen Intensität und von „Marktversagen“.

Regierung in Alarmbereitschaft

Die Turbulenzen am Devisenmarkt haben Japans Regierung in Alarmbereitschaft versetzt. Das Finanzministerium und die Notenbank seien bereit einzugreifen, um so starke Ausschläge wie in der Nacht auf Donnerstag zu verhindern, sagte der Vize-Finanzminister für internationale Angelegenheiten, Masatsugu Asakawa am Freitag nach einer Krisensitzung der Regierung und Währungshüter.

„Wir können spekulative Ausschläge oder Bewegungen, die nicht durch Fundamentaldaten gerechtfertigt sind, nicht tolerieren“, sagte Asakawa.

Eine Belastung der heimischen Wirtschaft durch einen Wertanstieg beim Yen käme Japans Regierung äußerst ungelegen. Schon seit geraumer Zeit will sie die Mehrwertsteuer erhöhen, um die hohe Staatsverschuldung einzudämmen.

Wegen einer schwächelnden Nachfrage im Inland musste Regierungschef Shinzo Abe die Anhebung aber bereits zweimal verschieben. Japans Wirtschaft lief zuletzt zwar vergleichsweise gut, das war aber vor allem einer starken Bilanz im Außenhandel geschuldet. (dpa)

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