Anlagen-Kolumne

Versicherungen als Alternative

Für konservative Anleger, die Aktien scheuen: Versicherungen garantieren den Kapitalerhalt und eine Mindestverzinsung.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Durch die bedingungslose Notenbankpolitik ist die Zeit extrem systemischer Risiken erst einmal vorbei. Die Zinsen werden wohl noch einige Jahre unter der Inflationsrate bleiben.

Hauptgewinner einer Umorientierung von Anlegern wären unterbewertete Aktien, sogenannte Value-Aktien, also Aktien von Unternehmen, die eine hohe Qualität bieten, aber unterbewertet sind.

Da die Stabilität des Vermögens für viele Anleger jedoch absoluten Vorrang hat, kommen Aktienanlagen wegen der hohen, kurzfristigen Schwankungen für die meisten nicht in Frage. Aber was sollen Anleger tun, wenn sie kein Geld verlieren, aber Aktien meiden wollen?

Ich war und bin kein Freund von Anlagen bei Versicherern, aber jetzt ist ein Zeitpunkt erreicht, der zumindest auf mittlere Sicht für Anleger eine Einmalanlage in den Versicherungstopf interessant erscheinen lässt.

Die eingesammelten Gelder werden von den Versicherern am Kapitalmarkt investiert. Das Ergebnis ist ein Depot bestehend aus mehreren zinslastigen Anlagen. So hat zum Beispiel die Allianz Leben das Deckungsstockvermögen der Kunden breitest gestreut investiert.

Gut zehn Prozent liegen in Aktien und Immobilien, der Rest verteilt sich auf Pfandbriefe, auf Staatsanleihen und in geringem Maße auf Anleihen aus Schwellenländern.

Die Verzinsung inklusive des laufenden Überschusses lag vor Verwaltungskosten im aktuellen Jahr bei gut 3,5 Prozent. Das ist auch die Renditebasis für die Kapitalanleger.

Hohe Kursschwankungen bei kleinster Zinsänderung

Wer im Versicherungsdeckungsstock ein Risiko sieht, der darf auch keinesfalls in einen defensiven Mischfonds investieren.

Denn beim Einstieg in einen Renten- oder Mischfonds gilt die aktuelle Verzinsung des Fondsportfolios ohne Reserven. Zudem müsste man sich auf Rentenfonds mit extrem langlaufenden Anleihen einlassen, um annähernd den Deckungsstockzins zu erreichen.

Das führt aber bei der kleinsten Zinsänderung zu hohen Kursschwankungen. Der Versicherungsdeckungsstock bleibt hingegen im Wert relativ stabil, hier gelten andere Bewertungsmethoden.

Bei den Kosten der Versicherer sollten Anleger aufpassen. Ähnlich wie bei einem Investmentfonds zahlt man vorab eine Art Einstiegsgebühr (Vertriebsprovision). Zudem werden jährliche Verwaltungskosten abgezogen.

Auch bei einer Verfügung nach drei bis fünf Jahren erwarte ich bei einem guten Angebot eine Jahresrendite von mindestens zwei Prozent nach Kosten.

Das ist in etwa das Renditeniveau das ein Rentenfonds, der in kurz laufende und eher bonitätsschwächere Hochzinsanleihen investiert, ebenfalls nach Kosten erzielen könnte.

Vorübergehende Lösung

Versicherungen bieten also durchaus Lösungen, garantieren den Kapitalerhalt und eine Mindestverzinsung.

Auch wenn das Renditeniveau bei Versicherungen in den nächsten Jahren rückläufig sein dürfte, erwarte ich durch entsprechende Überschusszuweisungen eine Rendite, die über der Inflationsrate liegt.

Zudem gibt es Tarife, die eine kurzfristige Verfügbarkeit ohne zusätzliche Kostenbelastung garantieren.

Zwar gilt hier nicht die staatliche Einlagengarantie wie bei Banken, jedoch machen die aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für den Versicherungsdeckungsstock eine Einmalanlage bei namhaften Gesellschaften für die nächsten Jahre relativ sicher.

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