Amtliche Statistik

Ein Viertel aller Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sind zugewandert

Ohne Einwanderung geht es auch im Medizinbetrieb nicht. Der anhaltende Trend zur Teilzeit ist allerdings ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.

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Wiesbaden. Binnen zehn Jahren hat sich in der Bundesrepublik die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte ohne deutsche Staatsangehörigkeit mehr als verdoppelt. Nach jüngsten Zahlen, die das statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag veröffentlichte, hatten 64.000 Mediziner 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit – das waren 13 Prozent der berufstätigen Human- und Zahnärzte. Zehn Jahre zuvor seien es erst 30.000 gewesen oder 7,0 Prozent.

Insgesamt arbeiteten im Berichtsjahr 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Human- und Zahnmediziner. „Das war knapp ein Viertel der gesamten Ärzteschaft“, betont die Behörde. Inwiefern die Zugewanderten ihre Ausbildung bereits vollständig im Ausland abgeschlossen hatten, lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, heißt es weiter.

Ausländische Kollegen eher jünger

2024 jedenfalls wurden rund 7.000 Abschlüsse als vollständig gleichwertig zu einem humanmedizinischen und knapp 700 zu einem zahnmedizinischen Abschluss an einer inländischen Uni anerkannt. 1.400 der humanmedizinischen Abschlüsse seien von Deutschen vorgelegt worden, knapp 800 von syrischen Staatsangehörigen. Nach Pflegekräften waren Ärzte 2024 die Berufsgruppe, deren externe Abschlüsse am zweithäufigsten anerkannt wurden. Gegenwärtig wird im Bundestag ein Gesetzentwurf zur beschleunigten Anerkennung ausländischer Heilberufskompetenzen beraten.

Weitere aktuelle Destatis-Daten betreffen ärztliche Altersstruktur und Arbeitszeit: 2024 waren demnach 31 Prozent der bundesweit 497.000 aktiven Human- und Zahnmediziner (+21 Prozent im Zehnjahreszeitraum seit 2014) 55 Jahre oder älter – und damit überdurchschnittlich häufig nahe der Rente. In der branchenübergreifenden Gesamtheit aller Erwerbstätigen beträgt der Anteil dieser Altersgruppe derzeit erst 27 Prozent.

Bei den jungen Kolleginnen und Kollegen unter 35 heben die ausländischen Mediziner den Schnitt: 2024 betrug der Anteil dieser Altersgruppe an sämtlichen erwerbstätigen Human- und Zahnmedizinern 22 Prozent (2014: 19 Prozent). Wobei unter den ausländischen Ärzten rund die Hälfte (49 Prozent) jünger war als 35.

Teilzeittrend branchenübergreifend noch ausgeprägter

Trotz zunehmender Teilzeit kommen Ärzte weiterhin auf überdurchschnittliche Wochenarbeitszeiten. Im Berichtsjahr leisteten sie den amtlichen Angaben zufolge im Mittel 40,3 Stunden pro Woche (46 Stunden in Vollzeit, 25,6 Stunden in Teilzeit). „Das waren rund sechs Stunden pro Woche mehr als unter den Erwerbstätigen insgesamt, die durchschnittlich 34,4 Stunden pro Woche arbeiteten (40,3 Stunden in Vollzeit, 20,9 Stunden in Teilzeit).“

Die Teilzeitquote unter Human- und Zahnmedizinern hat sich im Zehnjahreszeitraum fast verdoppelt: 2014 arbeiteten erst 15 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit. Zuletzt waren es 28 Prozent. Im Vergleich zur werktätigen Gesamtbevölkerung stellt sich diese Entwicklung jedoch als Aufholbewegung dar. Branchenübergreifend nahm der Teilzeitanteil von 2014 bis 2024 von 28 Prozent auf bereits 31 Prozent zu. (cw)

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