Leitartikel

Warum mehr Medizinstudienplätze den Ärztemangel nicht beheben

Eine alte Diskussion neu aufgewärmt: Gäbe es mehr Medizinstudienplätze, könne der Ärztemangel behoben werden. Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Wichtiger ist es, die Bedingungen fürs Studium und für die Weiterbildung zu verbessern.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:
Ausbildung an der Hightech-Puppe "Hains": Studenten in der Medizinischen Hochschule Hannover werden auf den Medizineralltag vorbereitet.

Ausbildung an der Hightech-Puppe "Hains": Studenten in der Medizinischen Hochschule Hannover werden auf den Medizineralltag vorbereitet.

© Jochen Lübke / dpa

Mindestens einmal im Jahr entflammt der Streit über eine Erhöhung der Medizinstudienplätze. Die einen - in diesem Jahr die KBV - warnen vor einem Nachwuchsmangel bei Hausärzten.

Die anderen - die Medizinfakultäten - wehren sich gegen pauschale Vorwürfe, sie würden zu wenig und vor allem nicht passgenau auf den Bedarf hin ausbilden. Und die dritten - die Bundesländer als Financiers der Hochschulen - schweigen.

Im März hatte die KBV-Vize Regina Feldmann in ihrer Rede vor der KBV-Vertreterversammlung die Universitäten frontal angegriffen: "Es gibt Universitäten, die in der Vorstellung zu leben scheinen, dass die tatsächlichen Versorgungserfordernisse für die Forschung von nachgeordneter Bedeutung sind, dass die Versorgung der Bevölkerung quasi nur ein Nebenprodukt der wissenschaftlichen Tätigkeit ist."

Die Antwort des Medizinischen Fakultätentags (MFT) kam prompt: "Die Schuldzuweisungen sind unangemessen, der Wunsch, als Allgemeinmediziner zu arbeiten ist in den vergangenen Jahren gestiegen", erklärte Dr. Volker Hildebrandt, Generalsekretär des MFT.

Studium beliebt wie eh und je

In einem Spitzengespräch von Bundesärztekammer, Verband der Universitätsklinika und des MFT am Mittwoch dieser Woche lehnten die drei Institutionen eine Erhöhung der Studienplätze ab. Viel eher müssten die bestehenden Fakultäten finanziell gestärkt werden.

Die Schlussfolgerung, mit mehr Studienplätzen können mehr Mediziner für die Versorgung gewonnen werden, ist zweifelhaft. Das Studium ist beliebt wie eh und je: Im Wintersemester 2012 gab es pro Platz 4,8 Bewerber.

In vielen Bundesländern ist die "schlechteste" Abiturnote 1,1, mit der ein Studium aufgenommen werden kann. Deutschland bildet jährlich rund 10.000 Mediziner aus und liegt damit auf Platz zwei, hinter den USA (19.200) und vor Japan (7500).

Dennoch kommen die jungen Ärzte nicht in der Versorgung an. Die Gründe dafür sind vielfältig...

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Nahaufnahme der Hände eines Labortechnikers mit einem Röhrchen mit einer Blutprobe darin aus einem Gestell mit anderen Proben.

© angellodeco / stock.adobe.com

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht