Ärzte Zeitung, 18.06.2008

WAS KOLLEGEN SAGEN

Spargelgeruch im Urin

In der "Ärzte Zeitung" vom Donnerstag, den 12. Juni 2008, haben wir darüber berichtet, dass manche Menschen es nach dem Spargelessen wortwörtlich im Urin haben: einen charakteristischen Geruch, der durch Abbauprodukte des Spargels entsteht. Ein Kollege äußert sich dazu.

Von Antonis Tsamaloukas

Sehr geehrte Damen und Herren, in der Rubrik Fundsache "Wenn der Urin nach Spargel riecht" schreiben Sie, dass die im Spargel enthaltene Aminosäure Asparaginsäure in schwefelhaltige Stoffe mit so komplexen Namen wie S-Methyl-3-(methylthio)propionat zersetzt wird ...

In der Online Inheritance in Man OMIM können Sie unter %108390 Asparagus, specific smell hypersensitivity neben der Publikation von Mitchell, S.C. et al. 1987 die Erläuterung zu diesem Phänomen finden.

Zur chemischen Nomenklatur erlaube ich mir folgende Richtigstellung: Die übelriechende Substanz wird auch als Methylmarcaptan oder Methanethiol bezeichnet und entspricht dem S-Methylthiopropionat. Asparaginsäure ist keine schwefelhaltige Aminosäure im Gegensatz zu Methionin, Cystein, Cystin.

Aus ihrem Ab-bzw. Umbau kann deshalb auch kein Methylmarcaptan entstehen. Die Bedeutung der Asparaginsäure als nicht essenzielle Aminosäure ergibt sich aus ihrer Funktion in der og."labilen Mischphase" nach Schönheimer und dem Intermediär-Stoffwechsel der Aminosäuren.

Antonis Tsamaloukas, M.D., Ph.D., Schulstr.16-18, 40721 Hilden

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