Ärzte Zeitung online, 09.03.2017

Bayern

Polizei kann Notruf mit GPS orten

MÜNCHEN. Die bayerische Polizei kann ab sofort bei Notrufen den Standort genau bestimmen. Möglich wird das durch GPS-Ortung des Anrufer-Handys, wie das Innenministerium mitteilt. Entwickelt hat das Programm das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Es wurde dort und am Polizeipräsidium Mittelfranken zuletzt für einige Wochen erprobt. Bis Ende März sollen nun alle bayerischen Einsatzzentralen damit ausgestattet werden.

Situationen, in denen die Polizei eine Notfallstelle langwierig suchen muss, sollen damit nun vermieden werden. Es kommt immer wieder vor, dass Betroffene ihren Standort nicht genau beschreiben können. Die Kosten betragen insgesamt 70.000 Euro, pro Jahr fallen 6000 Euro Betriebskosten an.

Das neue Verfahren erfordert am Ort des Notfalls nur ein GPS-fähiges Handy. Eine spezielle Software auf dem Gerät ist nicht notwendig. Um Missbrauch zu verhindern, muss die Ortung erst freigeschaltet werden. Das funktioniert über eine SMS, die der Absetzer des 110-Notrufs bekommt.

Bestätigt er über den enthaltenen Link, kann sein Standort bis auf wenige Meter genau bestimmt werden. Bei Bedarf kann die Polizei die Informationen über eine Schnittstelle direkt mit den Integrierten Leitstellen von Rettungskräften und Feuerwehr austauschen. Diese können ihrerseits bundesweit schon seit 2006 das Ortungssystem Life Service 112 nutzen. Außer einer Funkzellenortung gibt es dort seit 2008 die Ortung per GPS oder eCall. (cmb)

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