Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 16.01.2015

GERD

Trotz Operation selten PPI-Freiheit

Der Großteil der Patienten mit gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) benötigt trotz Op mittelfristig wieder eine PPI-Medikation.

KOGE/DÄNEMARK. Nie wieder PPI — dies erhoffen sich viele Patienten mit GERD von einer Antirefluxoperation. Ihre Hoffnung könnte eine Studie aus Dänemark schmälern (GUT 2014; 63: 1544-1549).

Forscher analysierten retrospektiv die Daten von 3465 erwachsenen Patienten, bei denen zwischen 1996 und 2010 eine Antirefluxoperation durchgeführt worden war. Dabei stellten sie insbesondere zwei Fragen: Wann wurde nach der Operation erstmals wieder ein PPI verschrieben? Und bei wie vielen Patienten war trotz Eingriff eine Dauermedikation erforderlich (mehr als 180 PPI Tagesdosen/Jahr)?

Das Ergebnis: Nach fünf, zehn oder 15 Jahren lag das Risiko bei 58, 72 und 83 Prozent, wieder ein PPI verschrieben zu bekommen. Das Risiko, wieder eine Dauermedikation zu benötigen, lag innerhalb von fünf, zehn oder 15 Jahren bei 29, 41 und 57 Prozent.

Risikofaktoren für eine erneute PPI-Einnahme waren ein hohes Alter, weibliches Geschlecht, der PPIBedarf vor dem Eingriff, eine Co-Medikation mit NSAR oder antithrombotischen Medikamenten und — das Jahr in dem die Operation durchgeführt wurde.

Zwischen 2006 und 2010 höchstes Risiko

Bei Patienten, die zwischen 1996 und 2000 operiert wurden, war das Risiko einer erneuten Medikamenteneinnahme am niedrigsten, bei den zwischen 2006 und 2010 operierten am höchsten.

"Die aktuelle Studie ergänzt, dass mittelfristig jeder zweite Patient trotz einer Operation regelmäßig PPIs benötigt und vier von fünf Patienten intermittierend PPIs einnehmen werden", kommentiert Professor Martin Storr vom Klinikum Großhadern in München auf springermedizin.de die Studie.

Dies solle den Patienten, die eine Operation wünschen, deutlich kommuniziert werden, um die hohen Erwartungen auf ein realistisches Ausmaß zurechtzurücken, empfiehlt der Gastroenterologe.

Wieso Patienten, die in den jüngeren Jahren operiert wurden, ein höheres Risiko einer erneuten PPI-Einnahe haben, bleibe durch die Studie ungeklärt. Laut Storr sollten weitere Studien klären, ob dies an geänderten chirurgischen Verfahren, einer laxeren Indikationsstellung oder anderen Ursachen liegt. Dadurch könnten Patienten, die tatsächlich von einer Operation profitieren, besser identifiziert werden. (grz)

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