Ärzte Zeitung online, 27.03.2017

Studie

Salz verstärkt nächtlichen Harndrang

Japanische Wissenschaftler haben in einer Studie einen Zusammenhang zwischen Nykturie und Salzkonsum festgestellt. Dies berichtet die BBC.

Salz verstärkt nächtlichen Harndrang

Weniger Salz auf dem Essen kann die Schlafqualität älterer Männer verbessern, weil sie so nämlich den nächtlichen Harndrang drosseln.

© Nick Ansell / empics / picture-alliance

LONDON. Der Drang zum nächtlichen Wasserlassen gilt gemeinhin als Problem älterer Männer über 60, hervorgerufen durch Blasenschwäche, Prostataprobleme und abendliche Flüssigkeitszufuhr, aber auch als Symptom schwerer Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Herzinsuffizienz.

Offenbar haben japanische Urologen der Universität von Nagasaki laut einem Bericht der BBC eine weitere Ursache für die schlafraubenden WC-Gänge ausgemacht: zu starken Salzkonsum. Ergeben habe dies eine Studie mit 300 Probanden, die unlängst auf dem Kongress der Europäischen Urologiegesellschaft in London vorgestellt wurde.

Im Verlauf der Studie beobachteten die Forscher dem Bericht zufolge, dass jene Probanden, die ihren hohen Salzkonsum wie empfohlen drosselten, weniger häufiger aufs WC mussten als zuvor. Die Zahl der Toilettengänge reduzierte sich demnach im Schnitt von zwei auf einen. Umgekehrt erhöhten 98 Probanden ihren Salzkonsum. Sie trieb es nächtens öfter zur Toilette als zuvor.

Die ersten Ergebnisse legen nahe, "dass wohl bereits eine einfache Umstellung bei der Ernährung die Lebensqualität vieler Menschen spürbar erhöhen könnte", zitiert die BBC den Studienautor Matsuo Tomohiro. Er erklärte dies damit, dass die nächtlichen WC-Gänge den Schlaf störten, was tagsüber zu Stress, Müdigkeit und Gereizheit führe.

Tomohiro merkte jedoch an, dass weitere Studien mit mehr Teilnehmern notwendig seien, um den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Harndrang zu bestätigen.

Der britische Urologe Professor Markus Drake von der Universität von Bristol lobte die Studie als nützlich. Sie zeige, dass beim Thema Nykturie mehr Einflüsse berücksichtigt werden müssten als bisher. (sts)

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