Ärzte Zeitung Extra, 19.09.2008

Entstehung der makula-degeneration

Ein grauer Schatten verstellt jeden klaren Blick

Ein grauer Schatten verstellt jeden klaren Blick

Dort, wo sie hinsehen, ist AMD-Patienten ein Fleck im Weg.

Foto: Bewahren Sie Ihr Augenlicht

Gerade dann, wenn Menschen mit Altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) ein Bild genau betrachten wollen, ist ihr Blickfeld in der Mitte durch einen grauen Schatten verwischt. Denn ausgerechnet die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut ist geschädigt: die Makula, auch gelber Fleck genannt, ausgestattet mit der größten Dichte an Zapfen, jenen Sinneszellen, die das Unterscheiden von Farben ermöglichen. Das bedeutet: nur mit Mühe lesen oder Gesichter erkennen zu können. Der Sehverlust kann so gravierend sein, dass die Patienten als "gesetzlich blind" eingestuft werden.

Die Erkrankung beginnt schleichend, oft erst nur an einem Auge: Die Patienten brauchen selbst am Tag mehr Licht, sie können Kontraste nicht mehr so gut unterscheiden, gerade Linien erscheinen verbogen, dann kommt es zum Zentralskotom.

Am häufigsten ist die trockene AMD. Dabei lagern sich Lipid-Drusen in den Makulazellen ab, sie beeinträchtigen die Versorgung mit Nährstoffen, woraufhin sich ein Teil der Netzhaut langsam zurückbildet. Eine kausale Therapie existiert bisher nicht.

15 Prozent der AMD-Patienten sind an der feuchten Form erkrankt, die rasch zu massivem Sehverlust führt. Dabei wachsen poröse Blutgefäße unter die Retina, Flüssigkeit tritt aus und zerstört die Photorezeptoren. Gegen die feuchte AMD gibt es wirksame Therapien.

Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist das Alter: Ab etwa 60 Jahre steigt die Wahrscheinlichkeit steil an. Auch das Geschlecht ist von Bedeutung: Frauen erkranken häufiger als Männer. Weiterhin gibt es Faktoren, die man beeinflussen kann: Aktives und passives Rauchen erhöht das Risiko um das Dreifache. Zudem erkranken Raucher durchschnittlich zehn Jahre früher als Nichtraucher.

Nach neuen Studien steigt die AMD-Gefahr offenbar auch durch Übergewicht. Dagegen könnte eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse den Verlauf etwas bremsen. Obwohl es für einen Zusammenhang zwischen Sonnenstrahlung und AMD nur indirekte Hinweise gibt, empfehlen Augenärzte, die Augen im Sommer durch eine Sonnenbrille vor zuviel UV-Licht zu schützen.

Topics
Schlagworte
Augenkrankheiten (659)
Organisationen
AMD (188)
Krankheiten
Adipositas (3136)
Augenkrankheiten (332)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »