Ärzte Zeitung online, 24.05.2019
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Ophthalmochirurgie

Künstliche Linse bessert starke Myopie

Ist bei starker Myopie eine Laserbehandlung nicht mehr möglich, kann eine implantierte Kunstlinse die Fehlsichtigkeit korrigieren.

NÜRNBERG. Bei stark ausgeprägter Fehlsichtigkeit ist ein Augenlaser-Eingriff ja nicht möglich. Trotzdem gibt es für diese Patienten eine Alternative, erinnert der Bundesverband Deutscher Ophthalmochirurgen (BDOC) aus Anlass des DOC-Kongresses: „Durch Implantation einer Kunstlinse, die vor die körpereigene natürliche Linse eingesetzt wird, kann der Augenchirurg auch hochgradige Fehlsichtigkeiten mit hoher Präzision und großer Sicherheit dauerhaft korrigieren“, wird Kongresspräsident Dr. Armin Scharrer aus Fürth zitiert.

Dabei handelt es sich um sogenannte ICL-Linsen (Implantierbare Collamer Linse oder Intraokulare Contact Linse). Diese bestünden aus Collamer, einem besonders weichen und verträglichen Kunststoff, heißt es in der Mitteilung. Collamer wiederum bestehe aus Polymer und Collagen, das ja einen wesentlichen körpereigenen Bestandteil des Bindegewebes bildet. Dies mache die Linse hochgradig biokompatibel. Collamer schütze zudem das Auge vor UV-Strahlen, während die Durchlässigkeit für das sichtbare Licht erhalten bleibt.

„Mit dem Einsetzen einer ICL-Linse kann ein Augenchirurg mit der künstlichen Linse auch hohe Kurzsichtigkeiten bis zu – 20 Dioptrien ausgleichen“, berichtet der BDOC. Außerdem seien die Linsen geeignet, wenn Patienten mit geringeren Myopien von Natur aus eine zu dünne Cornea aufweisen. Neben starker Kurzsichtigkeit ließen sich mit der ICL-Linse auch hohe Weitsichtigkeiten und Astigmatismus ausgleichen. (eb)

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