Diabetes

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Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

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Ärzte Zeitung, 15.11.2005

Charcot-Fuß war ein Thema beim Weltdiabetestag

MÜNCHEN (sto). Eine seltene Komplikation bei Diabetikern ist der Charcot-Fuß. Weniger als zehn Prozent sind betroffen. Dabei lösen sich die Knochen teilweise auf, so daß die Fußwölbung einbricht. Auch Fußrücken oder Sprunggelenk können betroffen sein. Die Ursachen sind unbekannt.

Die Komplikation fängt meist harmlos mit einer Schwellung der Weichteile an, ohne daß es dafür einen Grund, etwa ein Trauma, gibt. Darauf wies Professor Sigurd Kessler von der Chirurgischen Klinik der Universität München hin.

Im frühen Stadium sind Röntgenaufnahmen unauffällig. In der Magnetresonanz-Tomographie ist jedoch bereits eine Entkalkung der Knochens sichtbar, berichtete Kessler bei Hauptveranstaltung in Deutschland zum Weltdiabetestag 2005 in München.

Etwa 95 Prozent der Patienten mit einem Charcot-Fuß sind Diabetiker. Im frühen Stadium reiche es aus, den Fuß für etwa drei bis vier Monate zu entlasten, etwa durch einen Rollstuhl oder durch Gehstöcke, sagte Kessler. Ist das Fußgewölbe jedoch bereits eingebrochen, ist ein operativer Eingriff unumgänglich.

Bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom führen Infektionen oftmals zur Amputation. Ausgangspunkt solcher Infektionen können Druckstellen sein, die etwa bei einem Hammerzeh, einem Spitzfuß oder einem Hallux valgus entstehen.

Durch einen frühzeitigen und einfachen chirurgischen Eingriff lassen sich solche Druckgeschwüre vermeiden, so daß sich auch die Gefahr einer Amputation verringert, berichtete Kessler. So werde beim Spitzfuß, der bei Diabetikern gar nicht so selten ist, die Achillessehne verlängert. Der Fuß könne dann wieder vollständig aufgesetzt werden und die Ferse wieder Druck aufnehmen.

Auch bei Diabetikern heilen Druckgeschwüre und Wunden nach einer Operation im Allgemeinen gut, betonte Kessler. Bei Diabetikern mit einer peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (PAVK) sei das allerdings anders. Denn bei Durchblutungsstörungen der Beinarterien sei nicht nur die normale Wundheilung gestört sondern auch das Amputationsrisiko erhöht, erklärte Kessler.

Weitere Informationen zu Diabetes und zum Weltdiabetestag unter www.diabetes-union.de

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