Ärzte Zeitung, 27.02.2006

Erneut Kritik am IQWiG

Nutzenbewertung jenseits der Versorgungsrealität

BERLIN (HL). Als methodisch unzureichend haben Diabetologen und betroffene Arzneimittelhersteller die Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG) zu den kurzwirksamen Insulin-Analoga als Therapie für Typ-2-Diabetiker kritisiert.

Sie bemängeln, daß das Institut ausschließlich randomisierte, kontrollierte klinische Studien für die Bewertung des Nutzens berücksichtigt habe. Solche Studien hätten nichts mit dem Alltag in Arztpraxen, also der Versorgungsrealität, zu tun.

Das IQWiG habe dabei auch gegen seine eigenen, im Methodenpapier niedergelegten Maßstäbe verstoßen. Denn: Die Perspektive der Patienten und deren Therapietreue werde in der Nutzenbewertung nicht ausreichend berücksichtigt.

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Zu wenig Wissenschaft, zu viel Kreuzzug

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Arbeitet das IQWiG mit unsauberen Methoden?

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