Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 29.12.2016

Präventions-Studie

ABC-Schützen profitieren von täglichem Sport

Täglich Schulsport in der Grundschule verbessert Motorik und Blutdruck.

ABC-Schützen profitieren von täglichem Sport

(c)Getty Images/Hemera

BERLIN. Um schon in jungen Jahren Diabetes mellitus und Herzkreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, fordern Präventionsmediziner täglich eine Stunde Sport in der Schule. Den Erfolg der regelmäßigen Bewegung zeigen vor allem Parameter von Herzkreislauf und motorischer Entwicklung, wie Dr. Sascha Ketelhut von der Universität Halle-Wittenberg beim Kongress der Hochdruckliga berichtet hat. Der Sportmediziner hat zusammen mit Kollegen in einer Studie zwei Schulklassen mit 22 und 24 Sechs- bis Sieben-Jährigen verglichen. Die eine Klasse absolvierte den normalen Berliner Schulsport (drei Stunden pro Woche), die andere Klasse an den beiden sportfreien Schultagen zusätzlich je 45 Minuten Bewegungstraining.

Nach neun Monaten zeigten sich zwischen den Gruppen im Deutschen Motorik-Test (DMT 6-18) deutliche, oft statistisch signifikante Unterschiede. So stieg die Leistung bei einem Sechs-Minuten-Lauf in der Interventionsgruppe von im Mittel rund 800 auf über 900 Meter an; in der Kontrollgruppe änderte sich nichts. Und der motorische Gesamt-Score im DMT nahm in der Interventionsgruppe hoch signifikant stärker zu.

Bei praktisch allen Kreislaufparametern schnitt die Interventionsgruppe besser ab. Der periphere Blutdruck sank von 112/67 mmHg auf 110/65 mmHg, während er in der Kontrollgruppe zunahm. Der zentrale Blutdruck sank von 98/69 mmHg auf 97/67 mmHg, und die Pulswellengeschwindigkeit sank von 4,5 m/s auf 4,4 m/s. Auch bei diesen Parametern gingen die Veränderungen in der Kontrollgruppe jeweils in die andere Richtung.

Wahrscheinlich werden vasoaktive Mechanismen durch das eher intensive, übungsleitergesteuerte Zusatztraining günstig beeinflusst, vermutet Ketelhut. So gebe es aus einer Folgestudie Hinweise darauf, dass sich bei intensiverem Schulsport das Verhältnis der Aktivitäten von Parasympathikus und Sympathikus zugunsten des Parasympathikus verschiebe.

Insgesamt sollte die tägliche Bewegungszeit von Kindern dringend erhöht werden, so der Sportmediziner. Täglich eine Sportstunde in der Schule sei dabei vergleichsweise einfach umzusetzen. (gvg/eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »