Ärzte Zeitung online, 06.10.2017

Deutsche Diabetes-Hilfe

Aufruf zum Grippeschutz von Diabetikern

Oktober und November sind der ideale Zeitraum, um chronisch Kranke gegen Influenza zu impfen.

BERLIN. Patienten mit Diabetes mellitus sollten jetzt gegen Influenza geimpft werden, im Oktober und November ist die beste Zeit dazu, betont die Organisation "diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe" in einer Mitteilung. "Wer unter einer chronischen Krankheit wie Diabetes mellitus leidet, hat bei Grippe nämlich ein erhöhtes Risiko für Komplikationen", betont Professor Thomas Haak vom Vorstand der Organisation. Weil bei zuckerkranken Menschen meist das Immunsystem geschwächt ist, verläuft die Infektion bei ihnen im Vergleich zu gesunden Menschen häufig schwerer, und die Symptome klingen zudem langsamer ab. Auch ist die Gefahr erhöht, dass Betroffene zusätzlich eine Pneumonie entwickeln, betont der Chefarzt am Diabetes Zentrum in Bad Mergentheim in der Mitteilung.

Weil Influenza-Viren sich ständig verändern und immer wieder neue Varianten auftreten, kommt es bei einmal durchgemachter Erkrankung nicht zu einer dauerhaften Immunisierung. Daher muss auch jährlich mit einer an die zirkulierenden Virus-Varianten angepassten Vakzine neu geimpft werden. Nach der Impfung dauert es zwei bis drei Wochen, bis der Schutz aufgebaut ist.

Der im vergangenen Winter hauptsächlich zirkulierende Problem-Subtyp Influenza A(H3N2) hat besonders alten Menschen schwer zugesetzt. Durch die vielen Erkrankungen war daher während der Grippewelle die Sterberate stark erhöht: So lag die geschätzte, der Influenza zugeschriebene Übersterblichkeit nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 920 Todesfällen allein in Berlin. (eis/eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »